By the way - die Sportglosse reloaded (Nr. 2, 13. Juli 2011, in Kooperation mit der Wettzentrale)

Der deutsche Boxweltmeister Marco Huck hat sich im sexualtechnisch bereits vorgerückten Alter von 26 Jahren angeblich als Jungfrau geoutet. Ob das tatsächlich wahr ist oder ein PR-Gag, wissen wir nicht. Wären wir allerdings ein Buchmacher, so könnten wir jetzt Wetten darauf anbieten, dass der gute Huck demnächst mit einem brasilianischen Hermaphroditen im Swingerclub erwischt wird oder unter dem Namen „The Britney of Boxing“ in den Ring steigt. Sachen gibt’s...

Gut auch wieder mal die Performance des Herrn Rangnick, über dessen Verpflichtung sich wohl schon jetzt die Schalker Chefetage das spärlich werdende Haupthaar rauft und zaust. Schon wieder keine 25 Millionen für neue Spieler, da wird der kleine Ralf zum Rumpelstilzchen. Zum Abreagieren wird Neudenkmal Raúl umgesetzt – er wird aufgrund seiner Leader-Qualitäten wahrscheinlich der van Bommel von Gelsenkirchen. Die Rückkehr von Jermaine „Inkmonster“ Jones steht ebenfalls an und wird für noch mehr gute Laune sorgen – da darf man gespannt sein, ob Rangnick noch vor dem ersten Spieltag gefeuert und durch Olaf Thon oder Ruud Gullit ersetzt wird.

Nach dem Ausscheiden der deutschen Elfen bei der Frauen-WM ist zu hoffen, dass der DFB seine Lehren aus dem Desaster ziehen und das Betreuerteam komplett neu aufstellen wird. Hauptkriterium für Bewerber beiderlei Geschlechts sowie Hermaphroditen sollte ein Name mit positiver Strahlkraft sein. Denn wie hießen sie denn alle, unsere Leute: Neid und Ballweg als Trainerinnen, und dann noch der Dr. Schimpf als Psychodoc. Wie, bitteschön, soll man da erfolgreich Fußball spielen?

Hierzulande sind wir ja mächtig medial penetriert worden mit unserem Sommermärchen reloaded. Und dankbar haben wir’s angenommen, die Stadien voll (wenn auch die Fangesänge so klingen, als wären die meisten Zuschauer noch nicht im Stimmbruch), die Einschaltquoten dergestalt, dass selbst Gottschalk und Jauch neidisch werden müssten. Da tut ein Blick über die Grenzen gut. Wie unsere Nachbarn das Theater um die Frauen-WM sehen, das hat Rosemarie Schwaiger im österreichischen und normalerweise radikal feministischen Profil mit grandioser Klarheit analysiert: „Acht von zehn Ballannahmen verunglücken selbst nach österreichischen Maßstäben.“ Noch Fragen?

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