By the way - die Sportglosse (Nummer 96, 23. Oktober 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Was die Kirche mit ihrem Geld so macht, dazu liefern uns die lieben Medien derzeit Erleuchtungen im Minutentakt. So lernen wir, dass es da bei weitem nicht nur die Kirchensteuer gibt, die zu zahlen man ja als Mitglied eines der Vereine quasi formaljuristisch blitzsauber sein Einverständnis gibt im guten Glauben, damit werde Gutes getan in aller Welt. Braucht man schon nix mehr spenden. Zusätzlich fließen allerdings auch sehr weltliche Gelder an die Kirche, Staatskohle, das allwissende Internet nennt uns die Summe von 475 Millionen Euro in 2012, 15 Milliarden seit Gründung der Bundesrepublik, beruhend auf uralten Verträgen aus der Zeit, als die Kirche Güter und Land an die weltliche Macht abtreten musste. Reparationen sind das also, die für weiß Gott was verwendet werden. Somit können wir uns eigentlich alle als Kirchenfinanzierer betrachten, braucht gar niemand mehr spenden.
Aus Kirchensicht total geiler Deal, Kohle satt gleich aus mehreren Quellen, bis zum Sankt Nimmerleinstag.

Ähnlich superklassige Finanzierung genießt auch unser öffentlich rechtliches Fernsehen, wo man tagein tagaus sehen kann was passiert, wenn Einer einfach zu viel Kohle zu leicht bekommt. Sonntag Abend zum Beispiel, Tatort aus Münster. Chinesen, Uiguren, Guantanamo, Liefers – angesichts eines derartigen Unsinns erkennen wir, dass Bischof TvE ja geradezu verantwortungsvoll die Kohle raushaut. Der macht immerhin was nachhaltig Bleibendes aus der Gebühren/Staats/Steuerkohle. Hoffentlich haben sie beim Tatort wenigstens die Bruce Lee-Großnichte ordentlich bezahlt und nicht abgespeist wie einen chinesischen Sozialmigranten. Die war noch das einzig Ansehnliche in diesem Machwerk, das zu analysieren höchstens Kalkofe hinreichend im Stande wäre.

Bei Boris Becker Tennisgott wiederum scheint es mit der Finanzierung nicht mehr so rund zu laufen. Wie sonst erklärt man sich die Mündung des Becker-Pocherschen Twitterkrieges in einem sechsstellig bezahlten Auftritt des Ex-Leimeners in Olis RTL-Show, gestern aufgezeichnet? Der Boulevard spielt natürlich immer gerne mit, gibt ja sonst nichts zu berichten, was die Leute verstehen würden.

Was dagegen verständlich war, das war die rote Karte für Stuttgarts Antonio Rüdiger im Sonntagsspiel beim HSV. Boxen, auch noch so zärtlich, im Angesicht des Schiris geht halt nicht – wobei der Plan des niederträchtigsten unter den Holländern ja eigentlich ein ganz anderer war. Der hatte den defensiven Bruder des offensiven Sidney Sam nämlich intensiv provoziert und wollte mit seiner Schauspieleinlage Elfmeter schinden. Bei Spielern vom Schlage eines van der Vaart wünscht man sich doch wirklich einen Schiedsrichter, der auf das Regelwerk pfeift und dem sich sinnlos Wälzenden noch in die Schmerzsimulation hinein die rote Karte energisch unter die Nase hält. Das wäre mal was, wird aber leider immer zur Suspendierung des Schiris führen. Also vergessen wir’s, immerhin kein Elfmeter, regen uns nur kurz darüber auf und verfolgen gespannt die jetzt beginnenden so genannten Mega-Koalitionsverhandlungen unserer so genannten Volksparteien, die sich unter Mitwirkung der allerbesten Kräfte sicherlich noch bis ins neue Jahr hinziehen werden, wetten...?!

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