By the way - die Sportglosse (Nummer 95, 16. Oktober 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Am Anfang dachte ich noch, Tebartz sei ein Vorname. Klar dass der mit einem solchen Vornamen Bischof geworden ist. Irgendwann inmitten des vom Spiegel irgendwie angeführten großen Kreuzzuges wider den Kirchenmann tauchte dann der schnöde Franz-Peter auf, zum Glück nur ganz kurz, und mittlerweile reicht ein hippes TvE, weißte Bescheid. Außer du bist Spanier, dann denkst du nicht an Bischof sondern an Glotze, Televisión Española, dem Spanier sein ZDF sozusagen. Warum sie jetzt alle hinter diesem dürren Mann her sind, das weiß der Himmel. Er ist bei weitem nicht der erste Bischof, der seinen Sitz teuer ausbaut. Vielleicht ist sein Pech, dass er nicht in Regensburg sitzt sondern außerhalb Bayerns, vielleicht hat er sich aber auch einfach zu oft die Gaumenfeder geholt nach dem Gelage. Denn jetzt sieht er nicht mehr aus wie ein barocker Kirchenmann, dessen Zorn die Schäfchen fürchten, sondern er sieht aus wie ein Manager, der rationalisiert und globalisiert und große Räder dreht, und in seiner Freizeit, also nachts, da läuft er Marathon. Außerdem hatte er Berater, die vorher Roland Koch und den immer noch quasi unaussprechlichen Stefan Mappus beraten haben. So einen fürchtet man nicht beim Key Media, den hasst man nur. Nieder mit ihm, rufen also die modernen Gläubigen von heute, denen bereits schlecht wird, wenn sie ganz hinten in der Kirche den Weihrauch riechen...

Einen echt abgezockten Berater bräuchte dringend auch der immer noch pubertierende Mario Götze, der mit seinen Sponsor-Eskapaden nach dem FC Bayern jetzt auch den Oli Bierhoff auf die Palme gebracht hat. Als aktueller Bankdrücker sollte er es nicht übertreiben mit seinen Aktionen, sonst fährt beim FC Bayern der Stempel „Ewiges Talent“ auf ihn nieder. Aber die gelbschwarze Fanmasse wird sich sicherlich einen Scheiß um ihr Geschrei von gestern scheren und ihn mit offenen Armen wieder aufnehmen. Zumal er ja auch gestern im Scheunentor-Spiel gegen Schweden endlich wieder das eine oder andere sehr passable Bällchen gezeigt hat.

Wobei das alles, wie überhaupt alles, natürlich angesichts des drohenden Bankrotts der USA unter großen Vorbehalt gestellt werden muss. Man könnte denken, das gesamte Leben auf unserem Planeten kommt zum vollen Halt, wenn der Ami nicht mehr zahlen kann. Als ob alle Medien einfach gerne mitspielten bei der Panikmache, ohne Bezug zur Realität, das Weltwirtschaftssystem kommt zum Erliegen, die Währungen verfallen, wer Fleisch essen will muss beim Kleintierzüchterverein einbrechen und hoffen, dass er nicht erwischt und mit der Heugabel aufgespießt wird. Dann kann Klose nicht nach Barcelona und nicht mal heim nach Lautern wechseln, Lewandowski kann noch so viele Clubs als seine Lieblingsclubs bezeichnen, und auch die WM in Katar fände nicht statt, wo es ja ohnehin so heiß ist, dass die Menschen im schmelzenden Asphalt versinken würden. Man frage hierzu doch mal einen der deutschen WM-Teilnehmer von 86 oder 94. In Mexiko war’s nicht nur heiß sondern auch hoch, und damals haben die sogar am Abend vor dem Finale noch ordentlich gesoffen. In Dallas spielte man bei über 45 Grad, gesoffen wurde etwas weniger, denn der Trainer hieß Vogts. Da (94) war Mario Götze grade mal Zwei, und Mister TvE war Domkaplan und Domvikar am Sankt Paulus-Dom in Münster. Den Gaumen gekitzelt hat er sich aber auch damals schon, wetten...?!

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