By the way - die Sportglosse (Nummer 93, 2. Oktober 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Lachen ist gesund! Und darum lachen wir. Beziehungsweise lachen wir aus. Ob das genauso gesund ist, sei mal dahingestellt, aber was denn? Bei der riesigen Masse an Nonsense sind ironische Runterbrechung und selbst Schadenfreude allemal besser als Wut, Wut, Wut. Also lachen wir darüber, dass für einen Prozess gegen Ex-Bundespräsident Wulff 22 Verhandlungstage angesetzt und 45 Zeugen aufgerufen werden sollen – für den angeblichen Tatbestand einer vielleicht widerrechtlichen Teilfinanzierung eines Oktoberfestbesuchs. Und wir lachen über die 7,2 Milliarden Euro pro Jahr, mit denen unsere Verkehrsminister Straßen und Brücken renovieren wollen. Mal abgesehen davon, dass die Kohle ohnehin niemals kommt: Wer sollte bei so vielen Baustellen noch fahren können? Wo kämen die Menschen her, die das alles machen müssten? Ein Straßenbauprojekt von geradezu historischen Ausmaßen, das hätte selbst der Unaussprechliche nicht hinbekommen.

Wir lachen weiter. Über die Amis und ihren doofen Shut Down und alle, die jetzt so tun als sie die Erde deshalb dem Untergang geweiht. Über unsere koalitions-sondierenden Politiker lachen wir, die ausschließlich für sich selbst verhandeln und sonst für gar nichts und niemanden. Früher haben sie ja wenigstens noch so getan als ginge es um Inhalte. Haben wahrscheinlich viele sogar noch geglaubt. Aber heute, da versuchen sie nicht mal mehr zu verschleiern, dass es einzig und allein um das eigene politische Fortkommen geht. Kein Tag, kein Zeitungscover, keine Nachrichtensendung kommt ohne die Topmeldung aus, Koalition oder eben Opposition sei brandgefährlich – für die Karriere des dicken Sigmar, des grauen Frank-Walter, der singenden Andrea und sonstigen Berufsneurotikern in Rot und Grün. Sollte es eigentlich nicht so sein, dass die Politiker dem Land dienen und nicht das Land den Politikern? Nun ja, der das gesagt hat war ja selbst einer der führendsten Bigotten aller Zeiten, also können dem seine Zitate auch getrost im Folklore-Ordner abgeheftet werden. Und die neue Merkel heißt Klöckner? Echter Brüller, das, obwohl auffällig unauffällig viele Meinungen dazu rumgeistern...

Natürlich passieren auch in der Welt des Sports lustige Sachen. So sagt der große schwedische Krieger Zlatan, dem zu Ehren in Paris jetzt sogar ein monströser Burger kreiert wurde, den wirklich nur echte Männer aufessen können, also der sagt, wer ihn kaufe, der kaufe einen Ferrari. Und wer einen Ferrari habe, der tanke Super, fahre auf die Autobahn und gebe Vollgas. Pep Guardiola dagegen, in dessen Team der Ferrari einstmals fuhr bzw. stand, der habe Diesel getankt und eine gemütliche Fahrt ins Grüne gemacht und sei daher kein Mann. Wobei nichts gegen Diesel zu sagen ist, wo sie doch dessen Namensgeber anno Tobak einfach in den Ärmelkanal geworfen haben, den Armen. Und unsere Nummer 10 Mesut Özil, der bei Arsenal jetzt die 11 trägt, der sei einer, der das Licht dort anmacht, wo nur Dunkelheit herrscht. Sagt eine spanische Zeitung. Ernst gemeint, schön gesagt. Wie Zlatan auch. Und wenn der nicht grade bei PSG verlängert hätte, dann hätte Hoeneß ihn, Problembär hin, Problembär her, nur zu gerne nach München geholt, wetten...?!

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