By the way - die Sportglosse (Nummer 91, 18. September 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Die skandalöserweise vielerorts mit BTW abgekürzte Bundestagswahl rückt näher, und immer drängender stellt sich die Frage, wo das Kreuzchen hin soll. Ungültigmachung des Zettels gilt laut herrschender Meinung als Nichtwahrnehmung der Bürgerpflicht, die zu haben uns doch mit Blick auf all die bösen Schurkenstaaten stolz und glücklich machen sollte. Ironisches Herunterbrechen durch Wahl der PARTEI in Baden-Württemberg unmöglich, Wahlempfehlung des GröVaZ Sonneborn vergeblich angefordert, herrjeh, was tun? Noch viermal schlafen und auf die Eingebung hoffen...

Zumindest weiß ich jetzt, warum ich weder Vorstand eines Weltkonzerns noch Politiker bin: Ich bin überqualifiziert und neige dazu, mich gegebenenfalls über mich selbst zu schämen. In der Affäre um den ehemaligen Postvorstand Ude und die Putzfrau von Steinbrücks wäre ich also gnadenlos untergegangen. Denn wenn ich einen Brief zwar schreiben aber nicht einwerfen will, dann rutscht mir dieser Brief auch nicht aus versehen in den Briefkasten. Und als Sozengrande würde ich auch keine arme Migrantenputzfrau schwarz beschäftigen, selbst wenn die mir meine Schwiegermutter für sechs Monate zum Einzug geschenkt hätte. Mal abgesehen davon, dass die gesamte Aktion von allen Beteiligten derart zum Schämen ist, dass sie sich von vornerein von selbst verboten hätte.

Aber Peer nimmt die Sachen halt locker. So hält er das ja auch mit dem Stinkefinger. Wäre er allerdings nicht – wie die allermeisten Politiker – komplett weltfremd, dann wüsste er, dass ein Stinke zwar locker rüberkommen muss, aber niemals nicht locker gemeint sein sollte. Außer vielleicht unter Freunden. Aber das weiß Peer natürlich nicht. Effe 1994, der wusste das genau, und der durfte dann vier Jahre nicht mehr mitmachen in der Nationalmannschaft. Man sollte mit Peer genauso verfahren, Herr Präsident Gauck, bitte mal den Vogts machen hier...

Und weil wir wider besseres Wissen auch in den Tagen vor der Wahl mitunter den Fernseher einschalten, werden wir Zeugen der unwürdigsten Kabalen immergleicher Parteivorsitzender und Generalsekretäre, bildlich ungefähr so zu beschreiben: Da liegt die rubensartige CDU in Kanzlerinnengestalt im großen Bett, die Decke neckisch zurück geschlagen, und geile dumme Satyrn wett-wiehern und balgen sich darum, wer es mit ihr treiben darf. Die gesamte Ampel hat nur das Ziel, an Schwarz anzudocken, selbst der Gysi würde wahrscheinlich nicht nein sagen. Und zwischen all den Talks und Wahlwerbespots laufen ganz normale Werbespots, in denen ausnahmslos Jürgen Klopp als Testimonial in die Wohnzimmer strahlt. Da ist er schon ganz Politiker, der Herr Klopp, und wenn sein Chef ihn trotz aller Treueschwüre irgendwann mal entlassen muss, dann könnte der Jürgen bedenkenlos rüberwechseln in die große Politik. Ganz klar, die Leute würden ihn wählen, wetten...?!

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