By the way - die Sportglosse (Nummer 90, 11. September 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Wir gratulieren Franz Beckenbauer, der heute Geburtstag hat und mittlerweile auch mindestens so alt aussieht, wie er ist. Denn am Alter kommt einfach niemand vorbei, außer Dr. Franz-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der noch drei Jahre älter ist als Franz Beckenbauer. Aber der hat wahrscheinlich Sachen genommen, die nicht mal der Franz kennt. Dieser Dorian Gray der deutschen Sportmedizin macht uns wundern, aber damit befindet er sich in bester Gesellschaft. Denn wundern tun wir uns über vieles: Dass POTUS Obama mittlerweile heiß drauf ist, die Al Qaida in Syrien mit Bomben zu unterstützen, und dass das neue iPhone mit 600 Euro günstig sein soll, obwohl es weder über eine Haar- noch über eine Speichel- und schon gleich gar nicht über eine Stuhlprobenidentifikation verfügt. Auch wundern wir uns darüber, dass der Berlin-Tatort, den wir nur aufgrund der Tatsache geschaut haben, dass der Exkollegefreund für die Dominik Brunner-Stiftung arbeitet, dass dieser Tatort also mittlerweile aussieht wie eine Telenovela. Nicht, dass gegen Telenovelas grundsätzlich was zu sagen wäre. Aber ob das hip sein soll?

Nicht wundern tun wir uns darüber, dass RTL mit den Zombies Gottschalk, Jauch und Schöneberger uns ein TV-Format zumutet, das schon an Terror grenzt. Wer davor am Montag flüchten wollte, der konnte bei falscher Programmwahl direkt bei Frau Merkel in der Wahlarena landen – und wenn nach dem Terror die Apokalypse kommt, dann war das die Apokalypse. Früher, da ging man dann eine rauchen, blies den Rauch in die Luft und sah ihm nach. Heute, da checkt man während der Kippe Mails und Web und Facebook und erfährt, dass Mischa Barton Sylvie van der Vaart besucht hat. Weitere Details dazu dann hinter der Bezahlschranke. Kein Wunder wundern wir uns nicht mehr darüber, dass die Leute nichts mehr zustande bringen, bei soviel Trashinfo und Terror.

Aber ein Gutes hat der ganze Scheiß: Die komplette Ratlosigkeit in Sachen Bundestagswahl und Bürgerpflicht weicht langsam, und am Horizont, ganz fern noch, da erscheint die Wahlempfehlung. Ob es am Wahlwerbesport zur Familienpolitik gestern nach dem Heute Journal lag? Oder daran, dass man keinen der ganzen Politakteure ernst nehmen kann, dies zum Wohl der Nervensystems auch gar nicht tun sollte? Auf jeden Fall, als Alternative zum großen Pimmel auf den Wahlzettel zwecks Ungültigmachung kann man unter Umständen auch ein echtes Kreuzchen machen, wählen, Bürgerrecht und Bürgerpflicht aktiv und vollrohr ausüben. Und zwar bei der PARTEI. Wahlempfehlung Ende. Der GröVaZ wird mir hierfür täglich Jungfrauen zuführen, wetten...?!

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