By the way - die Sportglosse (Nummer 87, 24. Juli 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Heute spielen die deutschen Fußballdamen das EM-Halbfinale gegen Schweden, und Trainerin Silvia Neid spielt um ihren Job. Das tut sie nicht erst seit gestern sondern bereits seit dem Aus bzw. Nicht-Titel bei der Heim-WM 2011. Nun behaupten böse Zungen immer wieder, Damenfußball sei wie Pferderennen mit Eseln, aber auf diesen Zug soll hier nicht aufgesprungen werden. Vielmehr soll Frau Neid zur Seite gesprungen und darauf verwiesen werden, dass sie, im Gegensatz zum Männerkollegen Löw, gegen Italien mit kurzfristig geänderter Aufstellung nicht vercoachte, immerhin. Zur Belohnung schauen wir heute alle Damenfußball, 20.15 im Zweiten. Können wir ja, weil Bayern vs Barca extra vorverlegt auf 18.05.

Vorverlegen müsste man theoretisch auch die Abfahrtszeit der Zweitligateams, die zum Spiel beim KSC aufbrechen. So um ein bis zwei Tage vorverlegen. Denn die täglichen 20km Stau auf der A5 zwischen Bruchsal und Karlsruhe wollen erstmal überwunden werden. Da sind Gewaltphantasien garantiert – bei 37 Grad zwei Stunden im Stau, aus dem Radio heißt es, Schäuble verstehe die ganze Aufregung um den Abhörskandal nicht, Pofalla versteckt sich, als Berufspendler wird man genau so zum Terroristen. Natürlich müssen Fahrbahnen erneuert werden, aber die Planung und Durchführung dieses Projekts ist derart chaotisch, dass man sich schon wundern muss, warum Karlsruher Bürger und Geschäftsleute nicht längst zu den Waffen gegriffen und die erstbesten greifbaren Verantwortlichen geteert und gefedert haben. Weil, nach Karlsruhe unter diesen, seit Mai und sicher noch bis Oktober vorherrschenden Bedingungen will nun wirklich keine Sau. Zum Glück kümmert sich der durchschnittliche Zweitligaprofi im klimatisierten Bus eher um seine Playstation als um sicherheitspolitische Globalthemen aus dem Radio im langen Stau, und wenn er strullen muss, dann geht er aufs Klo. Wären die KSC-Gegner allesamt Sascha Lobo, man müsste wohl regelmäßige Gemetzel im Wildpark befürchten...

Auf die gestern erfolgte Geburt eines weiteren britischen Thronfolgers sollte eigentlich an dieser Stelle mit keinem Wort eingegangen werden – allerdings hat der krankhafte Rummel um die Tatsache, dass die Briten jetzt gleich drei Könige haben, auch sein Gutes. Denn solange ein Land wie Kanada noch die Niagarafälle babyblau einfärben kann aus einem solchen Anlass, solange scheint die Welt in ihren Grundfesten doch noch stabil. Wer für so bescheuerte Ideen noch Platz im Hirn und sonstige Kapazitäten frei hat, dessen Existenz scheint weder vom Global Warming noch von Dick Cheney oder sonst welchen Geheimärschen, und auch nicht vom Taliban allzu heftig bedroht. Also auch mal richtig ausatmen, durchschnaufen, ein gutes Schnitzel essen mit großem Spezi dazu. Keine Panik.

Mit Schnitzel und Spezi im Bauch lässt sich’s leben, lässt sich’s leichter ertragen, das schmutzige Spiel unserer Gewählten vom Gemeinde- bis zum Europarat. Die Tatsache, dass das gelbe Trikot des Toursiegers Chris Froome enger genäht werden musste, weil der so dünn ist, die verdauen wir da gleich mit. Aber gesund ist der nicht, so wie er aussieht, wetten...?!

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