By the way - die Sportglosse (Nummer 83, 26. Juni 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Vorschlag zur Güte: Wir glauben jetzt mal wieder, was die honorigen Herren uns glauben machen wollen. Wir glauben dem Schäuble und seinen Schergen, dass die Milliarden für irgendwelche Banken auch den Bürgern, uns Bürgern, zugute kommen. Kein Zweifel und total korrekt für uns die Argumentation unseres Verteidigungsministeriums, die Bundeswehr müsse jetzt wirklich ganz schnell raus aus Afghanistan, und daher werde man schwuppdiwupp mal eben dem Logistikunternehmen Kühne & Nagel 150 Millionen Euro rüberschieben, damit die den Umzug machen.

Auch glauben wir, dass es gut ist, den sich ausschließlich aus unschuldige Kinder verteidigenden white anglo saxon Protestants und deutschen Wutbürgern und Demokratiemissionaren zusammensetzenden Rebellen in Syrien Flugabwehrraketen zu liefern, damit sie sich wehren können. Wir glauben das, und wir überlegen nicht, ob mit diesen Raketen dann auch bald mal das Nachtflugverbot in Frankfurt effektiv umgesetzt werden könnte, weil klein ist die Welt.

Und natürlich glauben wir auch, dass dieser Herr Snowden ein geldgeiler, kalt rechnender Spion und Landesverräter ist, der aus reinem Opportunismus die globale Sicherheit gefährdet und daher schnell schnell nach Guantanamo oder in eines dieser nichtexistierenden Verließe in Jemen-Ost gebracht werden muss. Sogar die Beziehungen der Amis zu den Chinesen hat er torpediert, also gleich auf ihn mit Gebrüll. Klare, einfache Denkmuster müssen her – wir verbieten uns einfach darüber zu sinnieren, was passieren würde, wenn der Chinese seine Phantastillarden an US-Staatsanleihen einfach mal so auf den Markt würfe.

Pep ist ohnehin interessanter als der ganze Politikscheiß. Der deckt alles ab, wie eine gute Hintermannschaft. Der ist so klug, dass er sogar deutsch kann. Der füllt die Heilsbringer-Rolle genauso aus wie die des homophoben Entmanners, der alle kräftigen Stoß (!)-Stürmer vergrault und statt dessen nur noch mit Dribblern spielen lässt, die den Ball lieber quer als steil und schon gleich gar nicht ins Tor schießen. Gleichzeitig bzw. trotzdem hat sein Team in der vergangenen Saison allein in der spanischen Liga 115 Mal penetriert, also den Ball ins gegnerische Tor you know – ein Wert, der jedem deutschen Trainerkerl zu großem Stolz gereichte. Obendrein sieht er gut aus und ist einer der wenigen Fußballer mit aktiver Dopingvergangenheit. Der hat alles in Einem, der ist Yin und Yang und AC und DC, he is quasi black and white like the day and the night, wie Fuchsberger Junior selig einst sang. Ob das alles auch richtig gut wird mit Guardiola und den Granden beim FC Bayern, das weiß Keiner. Aber unser aller Entertainment ist zunächst mal garantiert, und Deutscher Meister werden sie auch, wetten...?!

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