By the way - die Sportglosse (Nummer 80, 5. Juni 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Kaum hört es auf zu regnen, da drehen die Staatsgewalten in Istanbul, Frankfurt und sonstwo den Tränengashahn auf. Als ob sie einen klaren, wolkenlosen Himmel nicht ertragen könnten. Als ob sie Sonnenschein mit Meinungsfreiheit assoziieren würden. Bei den Landeiern Erdogan und Gül steckt wohl zusätzlich noch ein tiefsitzender Hass auf alles Städtische dahinter, vermutet zumindest Deniz Yücel in der taz. Mögen die ekligen Bilder von Pfefferspray gezielt in Gesichter spritzenden Polizisten wenigstens dazu dienen, die dieses anordnenden autoritären Säcke in Bausch und Bogen hinwegzufegen. Und wo wir schon mal dabei sind, die Landtagschefs und Ausschussmitglieder, die vertrauliche Daten weitergeben, gleich mit. Und die Richter, die sich an nichts erinnern können, und die Minister, die wissentlich Milliardengräber weiterfinanzieren, so viel Hinwegfegen nötig, da ist kein Besen groß genug. Das Problem ist: Taktiert und gefuchst wurde schon immer, aber in den letzten Jahren sind sogar die ohnehin niedrigen Mindeststandards abgeschafft worden. Jetzt lügt und betrügt und dilletiert jeder immer.

Zumindest im erweiterten Kreis des aktuell diskutierten Politprotest-Themas springen auch die blankziehenden Femen rum. In Tunesien oder Moskau mit viel Mut zum Risiko, und beim GNTM-Finale in der Mannheimer SAP-Arena auch. Da allerdings mit weniger Risiko hintendran, und die ganze Aufregung allemal auch übertrieben hier, denn wirklich gesehen hat man sie im TV ja nun nicht, und die Klum-Reaktion war auch nicht halb so hysterisch wie berichtet. Was am Ende aber auch total egal ist, das ganze Format einfach egal. Wer will, der soll...

Weit weniger egal, weil mindestens wichtigste Nebensache der Welt, ist Fußball. Da schreiben die Bayern Geschichte, und Sammer immer vornedran, zwar wohldosiert, aber doch. Und Bierhoff total neidisch drauf, die Frau zuhaus erkennt es früh. Hat er doch tolle Arbeit geleistet, der Nationalmanager, keine Frage. Sieht er aber, wie der nervige Exkollege abräumt, und merkt er auch, dass er selbst nix abgeräumt hat und wohl auch nix abräumen wird bei der WM. Sicher kann er trotzdem nicht sein, Brasilien schwach, Argentinien auch, gewinnen wirklich immer Südamerikaner in Südamerika? Was tun also, durchziehen oder einen Club managen, mit Hansi Flick nach Hoffenheim? Oder, ganz Seniormäßig, Präsident werden beim VfB Stuttgart? Und den Bundestrainer gleich mitnehmen, hat immerhin dort eine Glatze rasiert bekommen nach dem Pokalsieg 1997. Sammer gewinnt den Weltpokal und holt für 1,5 Milliarden Euro Gareth Bale, und Bierhoff wird Manager in Hoffenheim – da sind Zweifel angebracht, ob das in Bierhoff nagende Gefühl des Unbelohntseins damit abgestellt wird. Und der neue Jogi heißt ab 2014 Jupp, das mal ganz ohne Zweifel, wetten...?!

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