By the way - die Sportglosse (Nummer 78, 22. Mai 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Es sind ja doch turbulente Zeiten, in denen wir leben. Deutsche Bundesminister besuchen aus PR-Zwecken den Affen von Justin Bieber im Tierheim, Untersuchungen laufen zu der Frage, ob der BND das Attentat auf das Münchner Oktoberfest 1980 ausgeführt hat, Hoffenheim gewinnt am letzten Bundesligaspieltag in Dortmund, und diese Liste seltsamer Begebenheiten ließe sich mühelos zu einem seitenlangen Riemen ausbauen, der selbst der Frankfurter Rundschau zu lang wäre. Kann man also ein gewisses Verständnis dafür aufbringen, dass auch exponierten Leuten wie Jürgen Klopp zwischendurch mal die Dinge ein wenig durcheinander geraten, rein hirnmäßig, und ihn dem Guardian im Interview sagen lassen, der BVB sei Robin Hood und der FC Bayern das Böse, also quasi der Sheriff von Nottingham bzw. doch gleich auch Guy of Gisbourne. Also just jener gelbschwarze Club, den die Leute aus Gelsenkirchen Buer „die Zecken“ nennen, und der wie gesagt am letzten Spieltag vor wie immer 80.000 Zuschauern in einem der größten Stadien der Welt zuhause gegen Hoffenheim verloren hat, der ist Robin Hood. Da kommt man beim Lesen schon selbst ganz durcheinander, lauter Robins und Guys schwirren umher, Guy de Lombard unter ihnen, an dem wir uns schließlich festhalten und seine Zitate aus den Rittern der Kokosnuss uns zu eigen machen und also hoffen, der FC Bayern scheißt am Samstag dem Robin Klopp, dem Eierkopf, auf seine Tafel einen „Auffen“.

Inmitten all dieser uns umgebenden und umtreibenden Turbulenzen, von denen das derzeit wiederaufflammende, ganz besonders seltsame parteigrüne Stadtindianer-Kinderfickerproblem („Liebe mit Papa ist herrlich“) zumindest noch genannt werden soll, wenn auch die 25 Jahre später hervorquellende Empörung ausgerechnet des Alexander Dobrindt und der Erika Steinbach mal wieder mehr als bescheuert und als Fanal der Tatsache daherkommt, dass Politiker überverhältnismäßig häufig übermäßig bescheuert und niederträchtig sind, right in the middle of all that shit also versucht der VfB Stuttgart, so zwischen Pokalfinale und Mitgliederversammlung, einen neuen Präsidenten als Nachfolger für den unsäglichen Mäuser zu finden. Bundesweites Interesse eher Fehlanzeige hier, da war der VfB schon deutlich beliebter, als man noch in der Champions League die Roten Teufel aus Manchester bezwang, aber für Sportvorstand Fredi Bobic doch gerade gut, denn so kann er in aller Ruhe seine Kandidatur für das Präsidentenamt vorbereiten. Von solcherlei Vorbereitungen raunen zumindest die für gewöhnlich ganz besonders gut informierten Quellen beim VfB, und aus Fredis Sicht macht das Ganze durchaus Sinn: Als Sportvorstand wird er von einem anderen Präsidenten eher früher als später entlassen, als Maximo Lider in der Mercedes Benz-Arena hat er seine Pfründe über Jahre ziemlich gut gesichert. Sportdirektor macht dann ein Anderer, ein Schmadtke, ein Kreuzer, vielleicht auch ein Magath oder Schindelmeiser, den kann der Präsident dann entlassen, zur Not. Ob was dran ist am Gerücht, das wird man sehen – aber von den bisher diskutierten Kandidaten wäre Fredi der Schlechteste nicht. Surebet-Double zum Schluss: Bayern gewinnt die Champions League, und Hoffenheim bleibt erstklassig!

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