By the way - die Sportglosse (Nummer 77, 15. Mai 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Nix Champions League, nix Wahlkampfgedöns, die Schlagzeilen dieser Tage werden brachial von Angelina Jolies entfernten Brüsten dominiert. Nicht, dass da noch viel zu entfernen gewesen wäre bei der einstmals leckeren Lara Croft, hat sie sich doch seitdem durch das ständige medienwirksame Herumtragen ihrer unzähligen süß exotischen Kinder zum Vorzeige-Hungerknochen runtertrainiert. Immer zu 100 Prozent missionarisches Hollywood, vor jedem Furz die Pressenotiz an alle Nachrichtenagenturen. Mitleid in engen Grenzen daher – und Kopfschütteln über die einmal mehr angestrebte Vorbildfunktion, nun liebe Teenies gebt fein Acht, die Möpse sind schnell weggemacht. Geht ja bekanntlich auch bei Männern, ob Brad nachzieht? Uaahhh...

Vor lauter Titten auch viel zu wenig von der re:publica mitbekommen, wo man sich, hipstomatic im selben Raum sitzend, via Chat über das Großeganze der Netzpolitik austauscht. Voraussetzung: Es gibt Internet. Und weil es das eben nicht so ganz immer gibt, mussten sie manchmal sogar reden. Leider nicht laut genug darüber, dass Netz am allerbesten ganz ohne Politik funktioniert...

Wie Politik funktioniert, das kann man dieser Tage am Beispiel des geplanten Nationalparks Hochschwarzwald beobachten – wenn es denn gelingt, hinter den Tittenvorhang zu schauen. Da hat nämlich die Politik sich einen Plan in den Kopf gesetzt, und den muss sie jetzt durchziehen. Damit das mit dem Durchziehen besser funktioniert, haben sie das große Wort Bürgerbeteiligung drübergeschrieben. Und jetzt, wo gut 75 Prozent der beteiligten Bürger im geplanten Kerngebiet den doofen Park vehement ablehnen, da ist ganz schnell Schluss mit der Beteiligung. Da heißt es, entscheiden tun die gewählten Abgeordneten. Nette Posse, wird hoffentlich nicht mehr lange dauern, bis die ortsansässigen Medien recherchiert haben, wer am Ende von diesem Park finanziell profitiert.

Soeben wurde Thomas Schaaf entlassen, nach 14 langen Bremer Jahren, viele freut’s, hier gibt’s nix dazu, weil heute alles voller Titten wie gesagt. Die plastisch-ästhetische Chirurgie sollte gleich mit aufspringen auf diesen Zug, und zwar state of the art, so wie man das heute macht im Netz. Irgendwo sich socialmediamäßig einklinken in den Kausalnexus aus Migration, Sexismus und Rassismus. Vielleicht einen Brief veröffentlichen, in dem Alt-68er ihrem migrationshintergründigen Babysitter kündigen, weil sie sich die Brüste beim ihnen verhassten Plastiker XY hat machen lassen. Gibt es so ähnlich alles schon, hat zuletzt ein Journalist namens Ramon Schack zelebriert zur Promotion seines neuen Buches. Bitte googeln, durchaus lesenswert. Muss man ja ohnehin viel lesen dieser Tage, wo der Sommer ausbleibt, möglicherweise komplett mit Blitz und Donner ins Wasser fällt oje. Krank und nass werden sie werden, die Public Viewer am 25. Mai, wenn Bayern und der BVB in London antreten. Gewinnen werden die Bayern, und die Woche drauf in Berlin werden sie verlieren, sach ich mal. Drauf wetten trau ich mich aber nicht, vor allem nicht auf Berlin...

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