By the way - die Sportglosse (Nummer 75, 24. April 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Auch wenn man es kaum glauben mag bei all dem hysterischen Geschrei der wahlkämpfenden und neidhammeligen und kleingeistigen Hyänen, die so tun als hätte Uli Hoeneß mehr unschuldige Kinder zum Frühstück verspeist als drei Idi Amins zusammen – es gibt schlimmere Vergehen als die Kapitalerträge aus bereits versteuertem Geld zu verschweigen. Noch sind die Medien voll mit Bildern der Bomber von Boston, und wir dürfen beobachten, wie geradezu verzweifelt versucht wird, die Tschetschenenbrüder zu radikalen Islamisten zu machen. Wahrscheinlich braucht die große Politik große Feindbilder, die wiederum große Maßnahmen zur Bekämpfung derselben rechtfertigen und mit denen sich unsere großen Lenker als Macher und Wächter unserer Seelen präsentieren können. Dass aber überall auf der Welt eine nicht unbedeutende Menge von Leuten rumläuft, die einfach irgendwie durchgeknallt sind, das scheint aus irgendeinem Grund nicht sein zu dürfen. Warum auch immer...

Wobei die fulminante Blutgrätsche des Herrn Hoeneß in die Beine des ehrlichen Steuerzahlers (um es mal fußballphrasisch auszudrücken) natürlich zu ahnden und eine granatenmäßige Dummheit und darüber hinaus eben doch ein Beweis für die nicht enden wollende Gier der Menschen ist – so es denn ehrliche Steuerzahler überhaupt gibt. Mal an die Kilometerpauschale denken, die doppelt abgerechneten Zugtickets, da hat doch jeder was zum Schummeln und sollte ergo die Klappe halten. Selbiges gilt auch für den bigotten Aufruhr um Mario Götze, der ohne seine Ausstiegsklausel schon längst weg wäre vom BVB. Sicher ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht gerade toll, aber irgendwer steckt irgendwem halt immer was heutzutage, und wie man sieht ist auch ein gaaaanz seriöses Medium wie die Süddeutsche genauso scharf auf Skandalnews wie die viel gescholtenen Brüder vom Boulevard. Interessant und wahrhaft berichtenswert würde die Causa Hoeneß erst, wenn bei Vontobel und Co auch das berühmte Festgeldkonto des FC Bayern in aller Verschwiegenheit gediehen wäre. Punktabzug und Zwangsabstieg und Zelle mit Breno teilen – da hätten die Hyänen wahrlich genug Futter um sich heißer zu schreien und zu schreiben. Bis es aber so weit ist, möge man sich bitteschön am gut behaarten Jürgen Klopp ein Beispiel nehmen, der auf der Dienstags-PK die richtige Mischung aus Emotion und Erdung vorbildhaft demonstriert hat.

Für Hoeneß ist zu hoffen, dass wie einst nach seinem Flugzeugabsturz echte Freunde wie Paul Breitner oder Karl Heinz Rummenigge immer an seiner Seite sind – denn der Fall ist extrem tief, der Ehrgeiz extrem hoch, eine Mischung, die einen sicher auch mal an die Flinte im Schrank denken lässt.
Doch hinweg mit dunklen Gedanken – nach der Gala gestern werden wir auch heute Abend ein geiles Match sehen, und falls Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern zurücktritt, steht mit Jupp Heynckes sein Nachfolger ja schon bereit, wetten...?!

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