By the way - die Sportglosse (Nummer 70, 13. März 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Da sitzen sie nun, die alten Kardinalsknochen, chargierend, lavierend, intrigierend, was gibst Du mir für meine Stimme? Dabei kann der einzig wahre Kandidat gar nicht gewählt werden, wie schade. Obwohl Silvio Berlusconi katholisch ist und ein alter Knochen allemal, sogar mit medialem Talent gesegnet, wenn auch mit Botox drin. Gefordert wurde er bereits nach dem letzten Text an dieser Stelle vehement, Freund B. aus dem austrischen Exil verspricht sich von einem Pontifikat Papst Bunga Bungas des I. aufgrund der mit Sicherheit damit einhergehenden Exzesse gar die dringend gebotene Erneuerung der katholischen Kirche samt ihrer überkommenen Strukturen, siehe Mittelalter. Endlich wieder Weiber im Vatikan, Knaben natürlich auch, barockes Leben und Untertanen, die dem PM mit dem seinem Amt gebührenden Respekt begegnen. Rückerstattung der Kirchensteuer, sollte das Himmelstor verschlossen bleiben. Die Kirche rückte wieder in den Mittelpunkt unseres mickrigen Lebens, Pracht und gelegentliche Wohltaten hier und da – die Borgias lassen grüßen, bis es knallt.

Bei Tim Wiese andererseits soll es wohl nicht knallen, ganz im Gegenteil. Nach Hause soll er gehen, verunsichert, verängstigt, sich nirgends mehr zeigen, um der Götter willen bloß nicht lachen, vielmehr eine ordentliche Depression sich in Kopf und Körper zwingen und letzteren dann leise morgens um 4 vor einen Zug legen wie Enke einst. So will es das Volk, so wird’s gefordert und geschrieben und geschrien. Doch was macht der Gefallene? Der geht zum Handball, der gibt Autogramme, der lässt sich mit Fans fotografieren, DER TRINKT SOGAR BIER! Da muss wohl noch viel lauter geschrien werden bis der kapiert, wie man sich zu verhalten hat. Nicht, dass man ihn mögen müsste, kann durchaus ihn für ein rechtes Arschloch halten und für einen überschätzten Keeper auch – aber die derzeit stattfindende Hetzjagd unter reger Beteiligung seines Arbeitgebers demaskiert die vollen Foren und das ganze Betroffenheitsgeschwurbel und Geheule nach Enke gnadenlos.

Nervendes Geheule müssen sich seit geraumer Zeit auch die Anhänger des schlechtesten Vereins der Bundesliga-Rückrunde anhören – und zwar von ihrem Trainer und seinem Spießgesellen, dem Sportdirektor. Mit der ewigen Leier „wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen“, mit dem Beklagen des „brutal engen Kaders“ bei gleichzeitig „höchster Belastung“ überfordern die Beiden die Geduld noch des gütigsten Verzeihers und Vergebers unter den Fans. Freund K. aus dem Land der Wikinger hat längst die Faxen dicke und darum die Probe aufs Exempel gemacht und das erstaunliche Ergebnis zutage gebracht, dass der FC Bayern München, Neidobjekt Nummer Eins aller Schwaben, einerseits ein um 72 (!) Tore besseres Torverhältnis, dieses jedoch mit insgesamt nur 22 eingesetzten Spielern erzielt hat – gegenüber 23 eingesetzten Spielern beim Verein des schönen Bruno und des schulterlosen Fredi. Frappierende Fakten, zumal die Brustringer Woche für Woche so spielen, als träfen sie sich nur Samstags zum Kicken und machten sonst gar nix. Kein System, keine einstudierten Kombinationen, kein Team. Und der Trainer heult öffentlich rum. Geht gar nicht, geht aber auch nicht mehr allzu lang, wetten...?!

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