By the way - die Sportglosse (Nummer 69, 26. Februar 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Italien kotzt mal wieder alle an – was die da für einen Zirkus veranstalten mit ihren Wahlen und Regierungen, als guter Deutscher und Europäer hat man da natürlich verächtlich zu schnauben und den ganzen wildgewordenen Schwerenötern da unten mangelnde Ernsthaftigkeit vorzuwerfen. Europa ist denen scheißegal, und der Euro gleich dreimal. Und wenn man’s genau nimmt, dann ist unser Benedikt ja wohl auch nicht aus irgendwelchen kircheninternen Gründen abgetreten, sondern weil ihm die Italiener einfach zu sehr auf den alten Sack gegangen sind. Zeigefinger, Zeigefinger, Oberlehrer – dabei könnte man genauso gut den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und den liebenswerten Chaoten am Stiefel bei ihrem lustigen Treiben zuschauen. Denn eines sollte man nicht vergessen: Wie auch immer und wann auch immer die Italiener mit wem auch immer ihre Regierung bilden, die Welt wird sich weiter drehen.

Auf die Lebenswirklichkeit des Durchschnittseuropäers wirken sich ohnehin ganz andere Ereignisse viel unmittelbarer aus. Jetzt haben sie doch tatsächlich herausgefunden, dass in den Fleischbällchen vom Ikea Fleisch sein soll. Wo doch alle immer dachten, das sei ein Side-Kick der schwedischen holzverarbeitenden Industrie. Könnte man sich eigentlich freuen drüber, aber nein, Pferdefleisch, gleich weg damit und groß das Zittern jetzt: Finden sie in den Hot Dogs auch noch irgendwas, was nicht da drin sein sollte? Zermahlene Kniescheiben geheimer Folteropfer, Elchteile, Rentier? Das wäre das Ende aller Ikeabesuche. Denn was, bitteschön, ist Ikea ohne den Hot Dog nach dem Einkaufen?

Aber Hoppla, da waren wir doch nicht etwa zu heftig in unserer Wortwahl grade eben, nicht dass wir noch einem unserer sensiblen Bundeswehrsoldaten damit Albträume bescheren. Die deutschen Krieger sollen nämlich rechte Hanswürste und Zuckerpüppchen und vor allem anerkennungsgierige Neurotiker sein, wenn man ihrem Chef, dem deutschen Verteidigungsminister de Maiziére glauben kann, der in einem Zeitungsinterview über seine Truppe hergezogen hat. Bemerkenswert ist das, denn eigentlich gehört zum kleinen Einmaleins des Chefseins, erstes Chefgebot quasi, dass man seine eigenen Leute zwar intern jederzeit zusammenscheißen und mit cholerischen Anfällen überziehen kann, dass man aber niemals, NIEMALS, gegenüber Dritten, Außenstehenden schlecht über seine Jungs reden darf. Fußballtrainer abstiegsbedrohter Bundesligisten mal außen vor. Herr de Maiziére hat da wohl einiges durcheinander gebracht und sich als Oberster Befehlshaber zum Affen gemacht. Zurücktreten, setzen, sechs.

Sport hier mal wieder Mangelware, dabei Topspiel Mittwoch Abend, Bayern gegen Dortmund, die Vorzeichen und Formen ein wenig anders als im Vorjahr, der FCB den Kopf weit oben, BVB eher so angeschlagener Boxer, sehr gefährlich, sehr spannend, Vorfreude. Und wenn der FC Bayern dieses Spiel souverän, also sagen wir mal so mit 3:0 circa gewinnen sollte, dann – Prognose – dann ziehen die durch und holen sich auch die Champions League, wetten...?!

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