By the way - die Sportglosse (Nummer 67, 30. Januar 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

ProfilneurotikerInnen landauf landab, vereinigt Euch! Kommet zuhauf, unter dem voll 2.0-mäßigen Hashtag Aufschrei ist Platz für alle. Und auf den Sesseln der TV-Talks, in den Kommentarspalten der Printmedien, und natürlich im World Wide Web. „Für alle“ heißt natürlich auch hier wieder mal für alle diejenigen, die eigentlich überhaupt kein Problem mit dem Thema haben. Die am lautesten schreien und auf den reichweitenstarken Plätzen ihre Betroffenheit hervorwürgen. Knallharte, toughe JournalistiInnen, AutorInnen, PolitikerInnen. Frauen oft, die alltäglich so selbstbewusst durchs Leben laufen, dass der Praktikant beim Verteilerrecherchieren Glück haben muss, sich keinen allzu doofen Spruch anhören zu müssen. Frauen oft, die Männer wie den Brüderle nicht mal mit dem Arsch anschauen würden. Außer, sie wollen ihm Hintergrundinfos entlocken, was bei der pfälzischen Erdbeernase ja spätabends an der Hotelbar bekanntermaßen hohe Erfolgsaussichten hat. Kein Mitleid mit Euch!

Mitleid schon eher mit denjenigen, die eben nicht tough sind, nicht für tolle Magazine arbeiten, nicht berechnend an die Sache rangehen. Diejenigen, die wirklich stillosen dummen Sprüchen ausgesetzt sind, mit denen hirnlose Dumpfbacken sich selbst vorgaukeln, sie wären toll, hätten Macht, wären überlegen. Aber Flirt und Komplimente sind eigentlich per se mal was Feines, das macht Spaß - wenn es Stil hat. Und wenn es, leider auch oft, keinen Stil hat, dann doch gerne mal Abfuhr. Am besten mit Stil. Sollten die toughen Ladies eigentlich draufhaben. Und sich ansonsten zurücknehmen und, wenn sie schon ans Licht streben, dieses doch bitteschön mehr für diejenigen tun, die nicht so tough sind. Macht aber Keine. Keine sagt, ich mach’s für die, die nicht so toll sind wie ich. Weil sie nämlich überhaupt nicht toll sind sondern nur wichtig sein wollen. Außer Sibylle Berg vielleicht, aber die ist ja nun wirklich toll. Im Übrigen sollte man stillosen Politikern in dieser Sache auch nicht allzu viel Bedeutung angedeihen lassen. Sind doch immerhin, Behauptung hier, fast alle schon seit der Kindergartenzeit von allen gehänselt worden, weil sie entweder doof waren, doof aussahen, Streber waren oder gepetzt haben oder alles auf einmal.

So wie der Scharping, der ehemalige Kurzzeit-Scheinkanzler und späterer Präsident des Bundes deutscher Radfahrer. Stillos auch er, hat’s aber eingesehen und sich vom Hunzinger wenigstens klamottentechnisch helfen lassen. Hat insofern was gebracht, als er dann die schicke Gräfin bekommen hat, immerhin. Soll auch, Nachtrag zur letzten Woche jetzt, und ein wenig aus dem Nähkästchen kurpfälzischer Molekularbiologen geplaudert, das harte Zeugs für Jan Ullrichs Olympiasieg in Sydney mit dem Diplomatenköfferchen rangeschafft haben. Harter Anwurf, das, und wenn man ihn fragen würde ob das stimmt, dann täte der sicher „Nein“ sagen und erstmal mit dem Anwalt drohen, wetten...?!

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