By the way - die Sportglosse (Nummer 64, 19. Dezember 2012) in Kooperation mit der Wettzentrale

Es weihnachtet. Man gibt Phantastilliarden bei Amazon aus und muss trotzdem durch volle Innenstädte hechten, die Leute fahren noch bescheuerter Auto als sonst, und dann vergessen die Kinder auch noch ihren am Abend zuvor liebevoll und selbstständig eingepackten Schul-Wichtel, so dass dieser zwischen zwei Terminen schnell nachgebracht werden muss. Und der Kühlschrank gut gefüllt? Alles da für die Feiertage? Natürlich nicht, am Montag geht es nochmal los, ein Genuss. Wo ist da die Besinnlichkeit, fragt man sich jahrein jahraus, und kennt doch die Antwort nur zu gut: Besinnlichkeit gibt’s für die Kirchgänger, wenn ein fähiger Organist am Start ist, oder wenn die Kleinen beim Weihnachtssingen den Ton treffen. Fünf Minuten Besinnlichkeit. Denn an den Feiertagen geht es auf die Autobahn, Richtung Verwandtschaft. Die Alternative heißt Fernreise, dorthin, wo man es auch mit nasser Badehose 24 Stunden am Tag warm hat.

Fragen, Fragen, natürlich auch ganz unbesinnliche. Warum wird zum Beispiel im Verkehrsfunk immer vor Leuten gewarnt, die von irgendwelchen Brücken Gegenstände auf Straßen werfen. Also die Warnung per se kein Problem, schließlich will man auf dem weihnachtlichen Weg zur Verwandtschaft keinen Stein in die Schreibe kriegen, aber dreimal, viermal, fast eine Stunde lang? Kann da nicht mal jemand hinfahren und das regeln. Die Polizei vielleicht? Und dann die Amis. Ganz und gar unbesinnlich knallt der Freak fast 30 Leute ab, und der globale Reflex ruft nach schärferen Waffengesetzen. Die Realität sieht allerdings so aus, dass die Leute jetzt wie gestört in die Läden rennen und AK 47s und andere Sturmgewehre kaufen – schließlich könnten die ja bald verboten werden. Als ob man nicht auch mit dem Kleinkaliber killen könnte. Die werden dort eher die Lehrer bewaffnen als den Waffenbesitz zu reglementieren. Oder warum nicht auch gleich die Schüler bewaffnen? Glock und Luger und Walther im Ranzen – da wird der Amokläufer aber staunen.

Die Frage, ob ein öffentliches Großvorhaben wie Stuttgart 21 teurer wird als angekündigt, die haben die Schwaben sicherlich von Anbeginn mit einem klaren Ja beantwortet. Das ist heutzutage die normale Härte, der Sinn oder Unsinn des Projektes selbst entzieht sich jeder Diskussion. Wenn nun aber, wie zu hören ist, die noch gar nicht alte Zentrale einer Landesbank durch die Bauarbeiten gefährdet ist, dann wird das doch noch mal richtig spannend. Denn wenn nicht einfach Bürger sondern echte Banken betroffen sind, dann hört der Spaß aber echt mal auf. So wie er auf Schalke längst aufgehört hat, der Spaß. Die schlechte Laune des armen Huub Stevens war ja schon fast legendär, aber warum sie jetzt den schnutenziehenden Supermotivator und Auf- und Abräumer vor dem Herrn Jens Keller in Amt und Würden gehoben haben, das weiß der Himmel. Und Horst Heldt, der weiß es wahrscheinlich auch. Er sagt’s nur Keinem, denn was er weiß ist, dass er nichts weiß.

Abschließend sei an dieser Stelle allen Leserinnen und Lesern dieser Mittwochsglosse ein wunderschönes Weihnachten und Sylvester gewünscht. Mögen alle Wünsche in Erfüllung und alle Pläne fürs kommende Jahr aufgehen. Zumindest die wichtigen. Bleibt gesund, werdet gesund, bleibt mir gewogen!

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