By the way - die Sportglosse (Nummer 61, 28. November 2012) in Kooperation mit der Wettzentrale

„Quod licet Iovi non licet bovi“ sagt der Lateiner, und ob er damit generell Recht hat, das weiß Keiner, nicht mal der inzwischen sagenhaft aufgedunsene Michael Schanze, obwohl der ja sogar sagen konnte: „Ob Du Recht hast oder nicht, das sagt Dir gleich das Licht.“ Aber wenn wir mal eben im Sinne einer hoffentlich nicht allzu holprigen Überleitung die Rolle des Jupiter mit den führenden Medizinern, Nobelpreisträgern und wegbereitenden Wissenschaftlern im ewigen Kampf gegen den Krebs besetzen und die des Rindviechs mit den handelnden Politikern und Finanzstrategen, dann wird aus dem alten Riemen sehr schnell ein sehr passender Schuh. Denn während die Medizin mittlerweile dazu übergegangen ist, im Rahmen der Patientenbehandlung den Krebs zu managen statt zu bekämpfen, sollten die Rindviecher im Rahmen der Finanzkrise doch bitteschön weiter bzw endlich daran arbeiten, die Schulden zu bekämpfen anstatt sie zu managen. Dabei soll nun natürlich nicht so getan werden, als sei die Medizin/Forschung mitsamt dem ganzen Pharmasektor die Heilsarmee, mit einem Gewissen noch reiner als das von Christoph Daum. Aber die Halbgötter in Weiß und Konsorten haben doch zumindest eingesehen, dass in ganz vielen Fällen die radikale chemische Keule zwar drei Monate nach Einsatz die Krebszellen allesamt vernichtet und die Konstitution des Behandelten gleich mit, dass aber nach drei Monaten und zwei Tagen plötzlich doch wieder neue Zellen wuchern. Also lässt man sie wuchern, nur eben so langsam wie möglich, und nebenher dem Patienten ein möglichst lebenswertes Leben. Umgekehrt schießt die Politik immer neues Geld in die Schuldenstaaten und weiß doch genau, dass die Probleme damit nicht gelöst werden. Man managed das Ding halt, zumindest mal bis nach den Wahlen. Einsicht hunderpro vorhanden, aber die Eier zum Aussprechen der unangenehmen Wahrheiten leider nicht. Zu groß die Geilheit darauf, weiter mitzumischen am Kabinettstisch und im Hinterzimmer. Und gar nicht auszudenken, was man mit den vielen Phantastilliarden zB beim Griechen hätte anstellen können. Hochmoderne Pflegezentren hätte man bauen können, die Griechen als State oft he Art-Pflegekräfte trainieren, und dann unsere armen Rentner hinschicken. Bräuchte der Grieche nicht um unsere reichen Rentner buhlen, und neue Arbeitsplätze hätte es auch gegeben.

Es sieht also mal wieder schlecht aus an allen Ecken und Enden. Da sind wir als Medienjunkies und Medienschaffende doch umso glücklicher, dass es Matthias Döpfner gibt. Denn der Springer-Chef hat mal wieder die frohe Botschaft im Gepäck und sagt, der Journalismus habe das Beste noch vor sich. Wow, das ist mal endlich ein positives Signal auf hoher See. Was er damit tatsächlich meint ist allerdings die Einführung der Bezahlschranke bei BILD online und Welt online an 2013, so wie es beim Hamburger Abendblatt bereits seit Längerem praktiziert wird. News nur noch gegen Kohle, was soll man sagen? Gibt Schlimmeres, war ohnehin tendenziös, auch wenn die Welt im Internet durchaus respektabel gearbeitet hat. Wer sich’s leisten mag, der bezahlt, und alle anderen werden dann eben nicht mehr täglich mitkriegen, wie viele Milliarden Schäuble nach Athen und Brüssel überweist und was Zweitligaprofi X zu Zuschauerin Y gesagt hat. Außer sie sind im sozialen Netzwerk unterwegs, denn da wird der Schwarm zukünftig noch stärker bestimmen, was gepostet und geliked und geshared und somit wahrgenommen wird...

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