By the way - die Sportglosse (Nummer 60, 21. November 2012) in Kooperation mit der Wettzentrale

Es ist in höchstem Maße nervig, wie die Medien weltweit den abartigen Inszenierungen der Dauerkriegsparteien im Nahen Osten aufsitzen und immer schön nach Lagerzugehörigkeit ausführlich berichten: Im Westen sind das dann die von den miesen Terroristen im Gazastreifen dauerbombardierten Bürger von Tel Aviv und Jerusalem, sogar die Bombenalarm-App wird schon promoted – in den arabischen Frühlingsländern wie zB Ägypten sind es die Bilder des eigenen Regierungschefs, der in Gaza TV-wirksam eine von israelischen Raketen zerrissene Babyleiche entgegennimmt. Kriegsparteien, Anrainer und Verbündete hüben wie drüben überlegen indessen nicht, wie das ganze Schlamassel beendet werden könnte sondern nur, wie sie ihren Einfluss und ihr Gesicht wenn nicht gleich vergrößern so doch zumindest wahren können. Schlechte Welt, nichts Neues, vor allem nicht, wenn die Religion dahintersteckt...

Nicht, dass die Medien nicht über relevante Themen berichten sollten. Ganz im Gegenteil, relevante Themen sind ihre ureigenste Aufgabe. Aber es ist halt so wie es immer ist: Hinter Medien stecken Menschen, und Menschen haben Vorlieben, sind fehlbar und nerven großteils ganz schrecklich. So wie der hiesige Lokalredakteur, dem seit gefühlten zwei Jahren tagtäglich mehrere Spalten plus Bild für sein Lieblingsthema Poetry Slam freigemacht werden. Unser täglich Poetry Slam gib uns heute. Neulich sogar Deaf Slam! Nicht, dass dagegen was zu sagen wäre, aber hey, geht’s eigentlich noch? Gibt’s denn gar nichts anderes als immer nur Poetry Slam? An dieser Stelle sei gleich mal die völlig unrecherchierte Behauptung rausgehauen, dass Poetry Slam ein typisch deutsches Ding ist. Also nicht das Praktizieren sondern das hinterfragende, dokumentarisch draufschauende, gutmenschlich „schau mal, Subkultur“ säuselnde Berichten darüber.

Und während der heilige Zlatan das Tor des Jahrtausends und gleich noch drei weitere gegen England schießt und all die bisher eher so hardcorigen Ibrahimovic-Hater überall plötzlich vor Begeisterung hyperventilieren und bis zur Besinnungslosigkeit das geile Tor sharen, stirbt hierzulande der Fußball. Sagen manche. Denn Alemannia Aachen ist pleite. Und der MSV Duisburg auch fast. Und Arminia Bielefeld und Rot Weiß Essen und der VfL Bochum undsoweiter. Ist natürlich übertrieben, das mit dem Sterben, ist aber sicher total übel für die Leute dort, weil wenn der eigene Club plötzlich nur noch Bezirksliga kickt, das ist schon doof. Zumal die sich ja teilweise extra nagelneue Arenen hingestellt haben wegen der DFL-Anforderungen und wegen dem Big Business, mithalten und so. Alle paar Jahre mal Pokalsensation, dazwischen Zweite Liga gepflegt, aber jetzt zack, Insolvenz. Andererseits habens die Leute dort ja meistens nicht weit zum nächsten Bundesligastadion, liegt ja alles eng beieinander. Bielefeld mal außen vor hier, von dort ist es wahrscheinlich überallhin weit, was soll man sagen. Auf die Dauer hilft nur Schuldenerlass, wie beim Griechen, wie bei allen anderen Ländern including the US of A, wetten?

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