By the way - die Sportglosse (Nummer 59, 14. November 2012) in Kooperation mit der Wettzentrale

Bankenkritiker aufgepasst: Der Freistaat Bayern hat, wie erst jetzt ans bundesweite Licht kommt, mal wieder einen ganz und gar unkonventionellen Weg gefunden, mit unliebsamen Quertreibern zu verfahren, die den Banken im Allgemeinen und der astreinen HVB im Speziellen krumme Dinger vorwerfen. Von Staats wegen geht es da direkt in die Irrenanstalt, am besten lebenslang. Und ob man in bayrischen Klapsen einen Freund wie Jack Nicholson trifft und tolle Abenteuer erlebt, das darf an dieser Stelle durchaus mal laut bezweifelt werden. Vielleicht kann Gustl M. das bald selbst erzählen, denn seine vor sieben Jahren geäußerten Vorwürfe stellen sich bei endlich erfolgter Prüfung allesamt als wahr heraus. Mal schauen, was noch aus der Geschichte wird – das Potential für mehr ist auf jeden Fall vorhanden, und die große Presse hat den Fall aufgegriffen. Selbst wenn sie den armen Mann bis zu seinem Tod drin behalten, sollten seine Freunde nicht aufgeben – den gewaltigen Jassir Arafat, der ja interessanterweise die palästinensische (je nach Standpunkt Terror- oder Befreiungsorganisation) PLO seinerzeit während einer Lehre beim Daimler oder Bosch in Stuttgart gegründet hatte, wird man noch acht Jahre nach seinem Ableben demnächst exhumieren und die näheren Umstände seine Hinscheidens überprüfen...

Apropos Stuttgart: die Hauptstadt aller Schwaben ist totales Schwerpunktthema heute, denn aus Stuttgart kommt auch die geile Idee, das es jetzt weniger Hauptschulen und dafür lauter Gemeinschaftsschulen geben möge. In diesen Schulen sitzen dann quasi Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten in einer Klasse, erhalten je nach Hirngröße individuellen Unterricht und teilen sich dann später in weiterführende Schulen oder sonstwas auf. Gehalten wird der Unterricht von – wait for it – Grund- und Hauptschullehrern. Soll heißen von einem Hauptschullehrer, nicht dass noch einer auf die Idee kommt, für jede Hirngröße sei künftig ein Lehrer da. Also im Ernst jetzt, das ist kein mittelmäßiger Sketch vom Richling oder Sonntag, das haben gutbezahlte BW-Beamten sich ausgedacht, wahrscheinlich noch unterstützt von einem Heer hochpreisiger externer Consultants.

Und sogar im Fußball hat Stuttgart wieder mal für Aufsehen gesorgt, wenngleich weniger in Form fußballerischer Leistung als vielmehr auf der Tribüne, wo sich im VfB-Fanblock beim Spiel in Kopenhagen ein Pyro-Theater ereignete und bis runter auf den Platz ausdehnte. Fangewalt, Stadionverbote generationsübergreifend vom Täter bis zum Urenkel, Strategiepapiere, Diskussionsrunden, Manager und Trainer beschwichtigend in der Kurve, die üblichen Reflexe griffen natürlich auch im aktuellen Fall. Was neu ist: Wie zu hören war, haben sich die Ultras höchstselbst des Problems angenommen und den Fackelwerfern quasi mit Fäusten heimgeleuchtet. Nun ist das mit der Selbstjustiz ja so eine Sache, aber wenn die Leute Prügel riskieren für geworfene Pyros, dann ist das Problem wahrscheinlich schneller aus der Welt, als wenn DFL-Funktionäre Strategiepapiere verfassen, wetten...?

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