By the way - die Sportglosse (Nummer 58, 7. November 2012) in Kooperation mit der Wettzentrale

Nicht, dass es egal wäre, was die Amis so treiben, ganz im Gegenteil, geht jeden an, Globalisierung, Weltmacht, alles hängt zusammen etc., aber es ist doch ein Segen, dass das Theater um die Wahl des POTUS jetzt ein Ende hat. Das bigotte und hysterische Gezeter von beiden Seiten war in höchstem Maße unerträglich - und weil man es sich vor ca. vier Jahren par tout nicht verheben konnte, die Obama-Website zu besuchen, war auch die Inbox seither täglich gut gefüllt mit Mails von Barack himself, des Unterkiefermonsters Michelle, des schneidigen Vizes Joe und zahlreicher Schergen, die einen allesamt mit Friend anredeten und im Minutentakt zu einer Spende aufforderten, auf dass man einen Platz an des POTUS’ Seite bei einem exklusiven Fundraising-Dinner gewinnen könne, was freilich bei näherem Hinsehen nur US Residents vorbehalten war. Hier in Deutschland waren natürlich alle für den guten smoothen Obama, von dem gibt es nämlich coole Basketball- und Hawaii-Fotos, und der hört für einen POTUS ganz ordentliche Musik auch – der kalte Romney, der böse Superkapitalist, den fanden hier alle doof, keine Frage. Obwohl ja wahrscheinlich keine Sau weiß, was sich denn für uns Europäer mit dem Republikaner an der Macht geändert hätte. Die wenigstens halbwegs bemerkenswerten Details einer Wahlnacht mit dem üblichen Swingstate- und Ohio-Wahlbetrugsgezerre sind indessen wohl nur den Gays und Shitrauchern unter uns aufgefallen – denn in Wisconsin wurde zum ersten Mal eine bekennende Lesbe in den Senat gewählt, während in Colorado und Washington Anbau und Besitz von Marihuana legalized wurden.

Erneut skurrile Dinge werden derweil aus Hoffenheim berichtet, wo Oberguru Dietmar Hopp jetzt seinen Spezi und Berater des halben Teams Roger Wittmann direkt mit den Fans ins Gespräch bringen will, auf dass Mister ROGON den misstrauischen Menschen erkläre, alles sei gut, er habe keinerlei Einfluss, Tim Wiese sei allein auf eigenen Wunsch neuer Torwart, und auch sonst bestehe für Misstrauen jedweder Art überhaupt kein Anlass. Stattfinden soll der ganze Hokuspokus in der Aula von SAP. Presse ist außen vor, daher werden wir die zahlreichen Schilder mit „Roger, ich will ein Kind von Dir“ leider nicht sehen können. Vielleicht twittert ja jemand was, wenn die Walldorfer Softwareschmiede keine elektromagnetischen Barrieren um den Versammlungsort zieht...

Und in der UEFA Champions League ging der global beachtete Ruhrpott-Großkampftag mit zwei Unentschieden zu Ende. Als Schalker muss man es gestern nicht toll gefunden haben, dass Sky fast ausschließlich aus dem Bernabeu berichtete und Bilder aus Gelsenkirchen eigentlich nur zeigte, wenn es Einwurf gab oder jemand verletzt am Boden lag. Als langjähriger Real-Fan wusste man auch nicht so recht, ob man die tolle erste Halbzeit des BVB bejubeln oder die Leistung der Weißen mit einem „Es una verguenza“ verdammen sollte. Dank Roman Weidenfeller ging das Match immerhin noch salomonisch zu Ende. Wer auf zweimal Remis gewettet hatte, der konnte sich zu einer sehr ordentlichen Quote auszahlen lassen – wenn er denn noch einen Anbieter gefunden hat, bei dem er als Deutscher überhaupt wetten darf. Denn wegen der aberwitzigen rechtlichen Lage hierzulande hauen immer mehr etablierte Wettanbieter aus Deutschland ab. Statt dessen besteuert der Staat jetzt die Gewinne der professionellen Pokerspieler. Man könnte einwenden, dass es tatsächlich viele viel wichtigere Probleme gibt als das Wohl und Wehe der Wett- und Pokerfreunde. Aber zum Haareraufen ist es schon...

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