By the way - die Sportglosse (Nummer 53, 26. September 2012) in Kooperation mit der Wettzentrale

Uli Hoeneß in die Politik? Der Boulevard will’s nach dem jüngsten Talkshow-Auftritt des sowohl in Wurst wie auch Fußball überirdisch Erfolgreichen ja geradezu herbeischreien. Und warum eigentlich nicht? Beim FC Bayern macht jetzt Karl-Heinz Rummenigge (what a man) den Hoeneß, in der Politik sehnen sich aber wirklich alle Beteiligten nach einem charismatischen Neuzugang mit Entertainmentfaktor, und als hyperaktiver Mensch mit immensem Geltungsbewusstsein braucht Herr Hoeneß dringend eine neue Spielwiese mit internationaler Awareness. Für welche Partei er tätig wird ist eigentlich egal – Erlösung von Merkel und den Schattenmenschen bei der CDU, Beendigung des nervigen und pathologischen Brusthaarduells der dicken SPD-Herren in den Fragen K und R, mit der FDP von ganz unten durchstarten wie einst Lorant mit München 60, oder was Eigenes? Der erste Wettanbieter wird sicher nicht mehr allzu lange warten mit einem passenden Angebot...

Auch einem anderen Mega-Erfolgreichen wird derzeit ein Funktionswechsel anheim gestellt. Michael Schumacher wollen die Hyänen jetzt eine Sehschwäche anhängen, um ihn ohne größere Kollateralschäden aus dem Cockpit zu bekommen. Wobei Schumi ja grade wieder bestätigt hat, dass man eigentlich nicht weiß, warum den alle so toll fanden. Weil er immer gewonnen hat, mehr als alle anderen zusammen, da kann man unsympathisch und doof sein, wie man will? Hockt er beim Sid Watkins-Gedenken, an dem nun wirklich alle Beteiligten teilgenommen haben, auf dem Klo, und fährt dem armen Vergne derart blind hinten rein, dass man völlig zurecht auch mal über neurologische Ausfallerscheinungen sprich Sekundenschlaf spekulieren darf. Ansonsten müsste man fast schon Vorsatz unterstellen. Vor einem deutschen Gericht könnte Schumi dann argumentieren, er sei vom bösen Ecclestone schon seit frühester Kindheit zu all seinen Schumi-Aktionen gezwungen worden und müsse auch heute noch gegen seinen Willen mitfahren, weil damit einfach so viel Geld verdient wird.

Viel weniger Geld verdienen angeblich die Leute im Ruhrpott. Aber seit die Zechen zugemacht haben, scheint sich rund um den Borsigplatz einiges zum Besseren zu wenden: Der BVB verpflichtet Spieler wie früher nur der FC Bayern und verleitet diesen, noch viel höhere Beträge für begabte spanische Nachwuchskicker hinzublättern - einige sprechen schon von einem neuen Wettrüsten - und im Tatort aus Dortmund gehen jetzt gleich vier Ermittler auf Verbrecherjagd. Viele Arbeitslose brauchen wohl auch viele Ermittler, und wenn man diese Gleichung weiterspinnt, dann kommt womöglich Anfang 2013 CSI Ostwestfalen ins Programm.

Noch viel mehr Geld als bei der Formel 1 ist beim ESM im Spiel, der hier nicht fehlen soll, wo die Euro-Länder den Rettungsschirm jetzt mithilfe privater Investoren auf schlappe zwei Billionen Euro hebeln wollen. Zwei Billionen – das ist eine Zahl mit ganz vielen Nullen, und es sieht so aus, als hätten einige der beteiligten Nullen Arme und Beine, leider. Herr, gib uns den Hoeneß, diesem Schwachsinn ein Ende zu bereiten...

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