By the way - die Sportglosse (Nummer 52, 19. September 2012) in Kooperation mit der Wettzentrale

Ungläubiges Kopfschütteln ist angesagt. Wobei das Wort „ungläubig“ in diesem Zusammenhang hoffentlich keinen muslimischen Lynchmob in Marsch setzt. Denn dazu braucht es nicht viel – es reicht schon ein bescheuerter kleiner Sandalenfilm, den obendrein niemand jemals gesehen hat, es reicht sogar schon das Gerücht von einem kleinen Filmchen, um in aller Welt fanatische Moslems, Islamisten, Analphabeten, oder was denn auch immer brüllend loszujagen und Sachen niederzubrennen respektive Leute umzubringen und durch die Straßen zu schleifen und ihnen dabei noch Sachen überall hin hineinzustecken. Wie einst in Somalia. Da kann man schon verstehen, warum China und Russland im Sicherheitsrat zu Assad halten: Die wissen wie das ist mit fanatischen Minderheiten, die wissen, dass diese chaotischen Länder mit einem starken Diktator a la Mubarak, Gaddafi, Ben Ali leidlich funktionieren, und ohne einen solchen Diktator funktionieren sie halt nicht. Zum Broder könnte man schiergar werden...

Kopfschütteln auch angesichts der Transferpolitik des Sinsheimer Ex-Vorzeigebundesligisten Hoffenheim, wo Mäzen Hopp seinen Spezi Roger Wittmann und dessen Firma Rogon die Mannschaft nach Belieben gestalten lässt. Zuletzt Tim Wiese, und dann den Trainer sagen lassen, das sei sein Wunschspieler. Dass diese Mannschaft nicht funktioniert, nicht funktionieren wird und wahrscheinlich dieses Jahr absteigt ist keine allzu gewagte Prognose. Sogar mit dem alten Geldverbrenner Dieter Hoeneß als Sportdirektor musste man zwischenzeitlich rechnen, schließlich kennt man sich von Beckenbauers Golfturnieren. Am Ende dann doch Herr Müller, der ist besser befreundet mit dem Herrn Wittmann. Zum Glück ist noch kein Hoffenheimer Fan auf die Idee gekommen, einen echten wütenden Mob zu buchen zur Artikulierung seines Protests im oppositionsfreiem Raum. Für die arabischen Ex-Frühlingsländer wäre das doch mal eine gute Geschäftsidee, könnte ein wahrer Exportschlager werden...

In den letzten Jahren weniger als Exportschlager aufgetreten ist der Deutsche Fußball Meister Borussia Dortmund. In Deutschland, ätsch, die Nummer Eins noch vor dem FC Bayern, wurden die Gelbschwarzen international fast immer der Lächerlichkeit preisgegeben, um es mal diplomatisch zu formulieren. Da wäre es doch an der Zeit, endlich mal in Europa richtig durchzustarten, nach dem eher bescheidenen holländischen Meister auch gleich den englischen und spanischen Meister in der Gruppe wegzufegen und weiter bis nach London, zack zack. Dann hätte Trainer Klopp auch die noch fehlenden Credits, dann könnte man sagen, der kann jetzt auch Champions League, so wie Politiker Trittin sagt, er könne Atomausstieg, während die CDU der SPD zutraut, sie könne besser Rente, oha. Schnell einen Mob her jetzt, sonst setzt sich die Politik sogar hier noch in den Schlusssequenzen fest. Dabei soll doch zum Ende die Prognose stehen, dass Klopp nach der WM 2014 der neue Jogi wird, wetten?!

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