By the way - die Sportglosse (Nummer 48, 25. Juli 2012) in Kooperation mit der Wettzentrale

Bei dem ganzen bitteren Hin und Her in Sachen Eurokrise, Griechenaustritt usw ist auch der letzte Rest an Vertrauen in die Kompetenz und in den Goodwill unserer Politiker flöten gegangen. Wer welchen übergeordneten Plan verfolgt weiß Keiner, aber die Vermutungen sprießen munter ins Land. Und wenn man irgendwann mal mitbekommen konnte, wie Politik funktioniert, dann hat man auch gelernt, immer die schlechteste, bösartigste, hinterhältigste, oder im besten Fall schlichtweg die dümmste aller verfügbaren Alternativen zu vermuten, und diese dann nochmal mit zehn zu multiplizieren. Und in diesem Sinne ist es durchaus legitim zu vermuten, daß der gesamte Scheiß mit der Krise nur inszeniert wurde, um den ESM als supranationalen Apparat zu etablieren, der den Bürgern ganz legal das Geld aus den Taschen ziehen darf.

Daß Kurt Beck hinter all dem steckt, ist indessen unwahrscheinlich – der ist ja nicht einmal in der Lage, sein krummes Ding am Nürburgring durchzuziehen. In anderen Bundesländern, ja selbst im Freistaat Bayern sind Landesväter schon aus weit geringerem Grund zurückgetreten. Aber Kurt und Konsorten müssen wohl derbe aus dem Amt gejagt werden, vielleicht mit begleitender Medienhetze wie einst beim Bundespräsident Wulff, der auf jüngsten Fotos gar nicht gut aussieht. Da man niemand niemals Schlechtes wünschen soll, hoffen wir beim Wulff mal auf Nierenkolik und Freizeitstress und nicht auf schlimmere Erkrankungen. Und wenn dieses zutrifft, dann könnte sich Kurt Beck ein Beispiel am Herrn Wulff nehmen – wenn Aus-dem-Amt-gejagt-werden einen derartigen Gewichtsverlust ohne bleibende Nebenwirkungen zeitigt, dann wären Übergewicht und Bluthochdruck in wenigen Wochen einfach weg. Amt weg, Kilos weg, und die Welt sähe für alle gleich ein wenig schöner aus.

Zum Glück für alle Intriganten und Missetäter fangen jetzt wieder mal die olympischen Spiele an. Die Gedopten aller Länder kommen zusammen, um medienwirksam Sport zu treiben und sich in den Betten und auf den Wiesen des olympischen Dorfes zu vereinigen. Die Welt schaut zu, hin- und hergerissen zwischen dem Bestaunen der Höchstleistungen und Misserfolge und dem prickelnden Schauer vor einem Terroranschlag. Noch vor wenigen Tagen haben wir die Radfahrer bei der Tour de France beschimpft, weil die ja alle bis oben hin voll mit unerlaubten Pharma-Hilfen sind. Es ist wie beim Euro, mehr oder weniger mächtige Gruppen ziehen ihre Dinger durch, um ausschließlich opportunistische Ziele zu erreichen.

Was soll man tun? Kopf in den Sand, kontemplatives Wandern auf dem Jakobsweg, dem größten Swingerclub für Ungewaschene? Gutmensch sein, Intrigen aufdecken, anderen helfen? Oder doch einfach nur schauen, daß man selbst mitsamt den Seinen ok ist und nicht auf der Strecke bleibt? Hinwendung zu irgendeinem Gott? Nicht einfach, das.

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