By the way - die Sportglosse (Nummer 36, 18. April 2012) in Kooperation mit der Wettzentrale

Warum nicht einfach mal mit einer Frage beginnen? Muss ja wohl erlaubt sein, die Frage, wie es ein seit Menschengedenken mega-defizitäres Unternehmen wie Sky bewerkstelligt, einfach mal so ganz plötzlich fast das Doppelte zu bezahlen für die Bundesligarechte. Nicht, dass der Fußball bei Sky schlecht rüberkäme – Reif mal außen vor. Aber komisch schon, schnell Lehren draus ziehen, die teure Eigentumswohnung kaufen, Innenarchitekt noch dazu, Sportwagen, passt schon.

Ansonsten heute mal wieder schwerpunktmäßig Sport. Fußball, Champions League, was sonst am 18. April 2012. Natürlich war das spannend gestern, Bayern München gegen Real Madrid, und es sollte eine Selbstverständlichkeit sein für Fans des in Europa zuletzt doch eher schwächelnden alten und neuen Deutschen Meisters aus Dortmund sowie aller anderen Bundesligaclubs mit internationalen Ambitionen, den Bayern fürs Rückspiel die Daumen zu drücken. Ist aber auch klar, dass es nicht so ist, dass die unzähligen Geistesgrößen des nationalen Vereinsfantums das genaue Gegenteil wollen, nämlich dass Bayern ausscheidet. Manch ganz Schlauer äußert gar den perfiden Wunsch, die „Bauern“ sollten das Finale sehr wohl erreichen – aber nur, um dann im eigenen Stadion vom FC Barcelona mit 0:6 vorgeführt, demontiert und abgefidelt zu werden. Gibt’s des?!

Bei aller Spannung war das gestern allerdings mal wieder nicht das Über-Hyper-Supermatch, das viele prophezeit hatten. Viel zu viel Platz hatten die Weißen zu Beginn, und es bedurfte schon einer Schwalbe des Franck Ribery, um ein wenig Galle und damit auch den FCB ins Spiel zu bringen. Bis dahin hatte es wirklich nicht gut ausgesehen für die Roten. Und danach offenbarten die Spanier eine Schwäche, die schon Tradition ist, und die wohl nicht mal Mourinho abstellen kann: Seltsam lethargisch, man weiß genau, sie können’s besser, bloß warum machen sie es auswärts nie? Gut für den FC Bayern, einziger deutscher Club, der mithält, der diese Teams besiegen kann. Die Freude auf nächste Woche im Bernabeu kennt keine Grenzen – das wird das erwartete Topmatch, kein Zweifel, Langeweile ausgeschlossen.

Ist ohnehin nix mit der Langeweile, da kommen die Leute nur auf dumme Gedanken. Der grundsätzlich großartige spanische König zum Beispiel, der geht vor lauter Langeweile schon Elefanten abknallen, trotz herausragender Funktion beim World Wildlife Fond, also wirklich. Dafür sei ihm ausnahmsweise mal der Applaus entzogen, der ihm sonst stets zuteil wird, wo auch immer er auftritt. Und dass unseren Politikern vor lauter im eigenen Opportunismus-Saft schmoren auch schon mal langweilig werden kann, das ist hinlänglich bekannt. Sie kommen dann auf abstruse Ideen, bevorzugt im Sommerloch, manchmal, wenn der Drang zum Dünnsinn allzu übermächtig wird, aber auch zu jeder beliebigen anderen Jahreszeit. Chefstrategen unserer Riesen-Volkspartei mit dem großen C im Namen hatten jetzt wieder mal so eine Superidee, Führerschein ab 16, damit die ländliche Jugend ihre Lehrstellen erreichen kann. Die Jungpiloten dürften dann aber erst mal nur 80 fahren. Is klar, der CDU Fachausschuss Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz weiß, wovon er redet. Das Land ist voller Lehrstellen, und nachts von der Disco fährt man mit 80 und nüchtern über die leere Landstraße nach Hause. Mit dem eigenen, neu gekauften Auto, was Sky macht, das kann die Landjugend auch. Heilige Gottesmutter Maria, dagegen ist ja selbst der durchschnittliche Stehplatzfan ein potentieller Nobelpreisträger. Nicht, dass gegen den durchschnittlichen Stehplatzfan was zu sagen wäre, ganz im Gegenteil!

Zum großen Glück gibt’s Fußball, das verhindert, dass man sich weitere Gedanken zu der Frage macht, was mit einem solchen Vorschlag bezweckt werden soll. Und der FC Bayern erreicht das Finale, wetten?!

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