By the way - die Sportglosse (Nummer 28, 15. Februar 2012) in Kooperation mit der Wettzentrale

Rudi Assauer hat Zeit seines Lebens die Puppen tanzen lassen. Selbst mehrere Hundert Ligaspiele gemacht, Kapitän bei Werder Bremen, nie den Spaß außer Acht gelassen, natürlich Weiber ohne Ende, und dann auf Schalke ein geiles Stadion hingestellt, als so was noch lange keine Selbstverständlichkeit war in Deutschland. Auch an der ihm eigenen Art, mit seiner Krankheit öffentlich umzugehen, ist in diesem Zusammenhang eigentlich nichts auszusetzen. Eine Runde Respekt für Rudi also! Umso bitterer dagegen, dass dann gleich wieder die mediale Sau durchs Dorf getrieben wird mit Ex-Frau, Tochter, Sekretärin etc. Schade, dass es offensichtlich nicht mehr ohne schräge Begleitung geht – wer auch immer da Schuld hat. Aber Hobbes, Kant und Co waren ja nun auch nicht ganz dumm, und die wussten es auch schon: Der Mensch ist halt böse.

Knapp vor dem Abgleiten in philosophische Grundsatzdebatten geht’s jetzt aber schnurstracks rüber nach Hoffenheim, wo nicht nur der flotte Trainerwechsel unsere Aufmerksamkeit erregte sondern auch die Geschichte des bei jedem der zugegebenermaßen seltenen Tore der TSG von 1899 im Sinsheimer Stadion zelebrierten Torjubelsongs. „Was wollen wir trinken“ stammt nämlich aus der Feder des derzeitigen Linkspartei-Topfunktionärs Diether Dehm, der den Hoffenheimer Übervater Hopp nach eigenen Angaben am liebsten sofort enteignen würde. Er bekomme im Übrigen für jedes Abspielen seines Songs 15 Cent. Vielleicht wenigstens ein kleiner Trost für Herrn Hopp, dass er den Salon-Revoluzzer Dehm nicht auch noch mit Reichtümern ausstattet. Aber ob er überhaupt von der Sache gewusst hat? Man munkelt ja, es dürfe in Hoffenheim nicht mal ein leiser Furz ohne Hopps Wissen gelassen werden...

Über so Vieles möchte man schreiben, Kleines, Großes, die Insolvenz der Glasgow Rangers auch, den dauerhaft titellosen Didier Drogba als „Black Ballack“, was noch alles, selbst Kachelmann gewinnt einen Prozess nach dem Anderen. Aber schon aus Platzgründen ist hier Beschränkung angesagt – auf das Wesentliche, oder eben auf das, was jeden Tag von Neuem auf uns eintröpfelt aus Web, Funk und Fernsehen. Und da gibt es etwas, was nicht nur täglich, nein quasi stündlich wiederkehrt: Die Euro-Länder haben den Griechen ein neues Ultimatum gesetzt. Aha, und was ist mit dem von heute Morgen? Und mit dem von Gestern? Aber manchmal hilft es ja, die komplexen Zusammenhänge unserer globalisierten Hochgeschwindigkeitswelt auf einfache Dinge des Alltags runterzubrechen. Schließen wir also mal kurz die Augen und brechen runter. Nach Hause geht’s, die Kinder springen rum, wollen dies, dürfen das nicht und müssen aufräumen, Hausaufgaben machen, groß werden. „Und wenn Du bis um Sechs Dein Zimmer nicht aufgeräumt hast, dann setzt’s was!“ – wer hat diesen Satz oder Ähnliches nicht schon mal gesagt zu den lieben Kleinen? Und sich dann gewundert, wenn das Zimmer um Sechs natürlich nicht aufgeräumt war...

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