By the way - die Sportglosse (Nummer 26, 01. Februar 2012) in Kooperation mit der Wettzentrale

Heute morgen unter der heißen Dusche den Causalnexus Russenkälte – trockene Haut – Eincremen im Kopf gehabt. Daraufhin die eben erst vom Freund und Partygast R. zum Geburtstag bekommene VfB-Bodylotion erblickt. Erst mal das rote Ding inspiziert – und hinten drauf steht „Made in PRC“. Alles andere ohnehin zu klein zum entziffern. PRC spontan mit „Peoples Republic of Corea“ dechiffriert, an Straflager gedacht, in denen politische Gefangene zu Creme verarbeitet werden: Nicht eingecremt. Mach ich ja sonst auch nie. Später gelernt, dass das Zeug aus China kommt. Auch nicht viel besser, dann halt ausgesetzte weibliche Säuglinge und nukleare Abfälle drin. Ohnehin nicht mit allzu hoher Qualität gerechnet; ist ja ein simples Merchandising-Massenprodukt. Ehrlich gesagt auch nichts anderes erwartet von einem Verein, der 28 jährige Stürmer für fünf Millionen verpflichtet, die nach einem Kreuzbandriss nie wieder richtig fit geworden sind (wie ganz Hoffenheim weiß), die gar zuletzt in England durch den sportmedizinischen Check gefallen sind (wie gemunkelt wird), die obendrein als genau der Stinkstiefel gelten, den man erst kurz zuvor nach Schalke verfrachten konnte, die aber mal auf alle Fälle mit einem luxuriösen Vierjahresvertrag ausgestattet werden. Das ist dann der „Stuttgarter Weg“, nicht wahr?! Gar nicht zu reden vom 20 jährigen japanischen Defensivallrounder, der allerdings zunächst mal zwei bis drei Jahre Entwicklung braucht. Da kommt sicher Freude auf bei der jahrelang hochgelobten Nachwuchsabteilung. Was Heulen und Zähneklappern angeht, ist man als VfB-Fan gar nicht mehr so weit entfernt von der Dauerpassion eines Fans der Stuttgarter Kickers.

Dann lieber nach Spanien geschaut, wo in der letzten Woche der gefühlt 35ste Superclásico der letzten zwei Monate stattfand. Jedesmal ein gewaltiger Hype, und jedesmal gewinnt der FC Barcelona. Als jedoch nach dem Hinspiel der Copa del Rey Real-Keeper Casillas seinem Trainer im Rahmen eines echten Männergesprächs Bescheid stieß, hier bei Real Madrid habe er seinen Spielern zu erklären, dass und warum sie nicht spielten, und überhaupt habe er ab sofort gegen den Erzrivalen anders spielen zu lassen, es sei dies doch ein Team von Superhelden, die mit einer derart feigen Spielweise nicht länger leben könnten, da veränderte sich etwas im Kräfteverhältnis zwischen Barca und Real. Im spektakulären Rückspiel im Nou Camp war Madrid nämlich deutlich besser, hätte den Sieg und das Weiterkommen verdient gehabt, zeigte, dass man jetzt verstanden hatte, wie Barca zu besiegen sei. Auf die nächsten Begegnungen dieser beiden Teams kann man jedenfalls sehr gespannt sein, denn besseren Fußball gibt’s von keinem Club auf der Welt zu sehen. Und das Champions League Finale in München gewinnt Real Madrid, wetten?

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