By the way - die Sportglosse (Nummer 24, 18. Januar 2012) in Kooperation mit der Wettzentrale

Heute morgen über die Schlagzeile gestolpert, dass der Branchenprimus in Sachen Druckmaschinen, der genauso heißt wie Heidelberg, die Feine, dass der also jetzt nochmal 2.000 Leute rausschmeißen muss. Hatte bereits in den letzten paar Jahren insgesamt ca. 5.000 Leute gefeuert. Management sagt, das müsse so sein, das erwarteten die Investoren so. Management wie Kaninchen vor Schlange: Märkte werden kleiner, Leute fliegen raus. Immer wieder. Kein eigener Gedanke, keine Idee, wie man denn sonst noch so Geld verdienen könnte mit immer noch ca 15.000 Mitarbeitern weltweit, meistens hochqualifizierte Fachkräfte. Strategie ändern? Niemals! Super Management, als Mitarbeiter freut man sich da sicher ein Loch in den Bauch...

Das mit der Wirtschaft interessiert dieser Tage aber eh nicht viele – schließlich müssen alle die „Eintracht“ gucken, das Kreuzfahrtschiff, dessen italienischer Originalname beim ersten Hinschauen immer so aussieht wie Costa Cordalis. Und danach dann rüber zum Dschungelcamp, da war das griechische Gesichtswrack ja auch schon aktiv. Wobei man dem Sänger-Costa durchaus zu Gute halten muss, dass sein Körper auch im gefühlten Alter von 96 immer noch topfit und damit allemal besser in Schuss ist als das, was der Italiener da gegen den Felsen gesteuert hat, weil die Freundin vom Stewart mal vom Land aus rüberwinken wollte.

Solche Trash-Themen sind ohnehin Winterpausen-spezifisch. Bald schon kann wieder verstärkt über die Bundesliga berichtet werden, wo im Kampf um Titel und Abstieg noch alles herrlich offen ist. Und verstärkte Bundesliga-Berichterstattung geht immer auch zu Lasten der Trash-Themen. Weniger Wulff, mehr Wechsel, Berbatov zu Bayern oder Bayer, wer wird Meister, Champions League und DFB-Pokal, so sieht’s aus.

Und wo Fußball ist, da sind die Sportwetten nicht weit. Just heute kommen aus Schleswig Holstein Freuden-News, weil dort ja ab März die ersten akzeptablen Lizenzen für Wettanbieter vergeben werden sollen. Endlich, muss man hinzufügen. „Las Vegas des Nordens“, sticheln die Chefs der staatlichen Lotto-Landesgesellschaften, allen voran Bayerns Horak und promoten zeitgleich kräftig ihren dreist bei der privaten Konkurrenz abgeschauten neuen Lotto-Superjackpot, aber in Kiel reiben sie sich unverdrossen die Hände in Erwartung steuerlicher Super-Einnahmen. Derweil in Frankreich ab 1. Januar 2012 nahezu unbemerkt ein Gesetz angelaufen ist, dass die französischen Provider dazu verpflichtet, alle Seiten ohne Lizenz für französische Kunden zu sperren. Deutsche Brancheninsider sagen zwar, derlei Vorgehen sei hierzulande nicht möglich. Aber was Kurt Beck für möglich hält und was nicht, das ist in den seltensten Fällen rational nachvollziehbar. Man darf gespannt sein, was da seitens der Bundesländer noch alles in den Ring geworfen wird.

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