By the way - die Sportglosse (Nummer 21, 14. Dezember 2011) in Kooperation mit der Wettzentrale

VfB gegen Bayern, Südderby, ob in Stuttgart oder München, Emotionen sind garantiert. Viel öfter gewinnen die Bayern, und dann ist aber mal immer der Schiedsrichter schuld – sagen die jeweiligen Verlierer, also in den meisten Fällen die Schwaben, so sie denn Anhänger des VfB sind. Muss ja nicht automatisch so sein, gibt ja, wie überall, auch im Schwäbischen eine zahlenmäßig durchaus nicht zu verachtende Minderheit von Bayernfans. In der Woche nach dem Derby spielen sich zumindest in den dem süddeutschen Raum zuzurechnenden Foren und Communities durchgehend heftige Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fanlagern ab, oder das eine Lager schimpft halt unter seinesgleichen über die Anderen. Hätte man mehr Zeit, man könnte durchaus mal schauen, ob dieses Thema auch in norddeutscher gelagerten Gefilden des www mit derartiger Imbrunst befochten wird. Ob es überhaupt befochten wird? Wahrscheinlich haben sie weiter nördlich ganz andere Sorgen als den FC Bayern oder gar den VfB Stuttgart. Wobei, wie bereits gesagt, die Minderheiten nicht vergessen werden sollten, auch nicht oben Richtung Küste.

Den Eruptionen und Emotionen eines solchen geschichtsträchtigen Fußballspiels können sich natürlich auch die direkt Involvierten nicht verschließen. Vor allem die Trainer und Manager und Sportdirektoren werden dann ganz aufgeregt, die dürfen sich ja auch nicht auf dem Platz abreagieren. So mal Einem richtig Eine mitgeben, Zack, geht ja nicht, auf Bank und Tribüne. Handgemenge im Businesstrakt, der dünne Mäuser staucht (schwäbisch für „treten“) den dicken Hoeneß und fängt sich im Gegenzug eine krachende Watschn (bayrisch für „Ohrfeige“), eigentlich ein interessanter Gedanke, vor allem für die Zuschauer zuhause an den Bildschirmen. Topmeldung in allen News, das wäre was. Ob sie, vielleicht im Suff, schon mal dran gedacht haben, so etwas zu inszenieren? Man denkt ja ohnehin ständig drüber nach, wie man die Ware Fußball, das Paket, für den Zuschauer noch attraktiver machen kann. Hoeneß und Mäuser also, Ruf kommt von hinten dazu, Finger ins Auge, Hopfner strauchelt und stürzt, oha, der Oberschenkelhals – und vorne dran der Kaiser, Interviews gebend, schwebend.

Gekniffen, Tagtraum beendet, wir waren bei den Trainern und Managern und Direktoren. Natürlich motzen die, wenn sie verlieren, das ist Fußball, wie man weltweit sagt. Auch über den Schiedsrichter motzen sie, wenn sich’s irgendwie anbietet. Dass nun aber vielerorts so getan wird, als dürfe man nicht motzen, weil sich der Schiri dann gleich umbringt, die Rafati-Keule also schwingt, das geht mal so überhaupt gar nicht. Allerunterste Pseudogutmenschenschublade. Ganz egal, ob jemand zu Recht motzt, oder ob er falsch liegt und nur des Motzens wegen motzt oder weil Profilneurose, bin ich wütend, komm ich stark rüber. Konnte man beim sonntäglichen Südderby ja wirklich auch geteilter Meinung sein, Gelb-Rot oder nicht, hat ja sogar die BILD darüber abstimmen lassen, ob Robben ein Schauspieler ist oder einfach zu schnell für die Anderen. Also bundesweit im Internet, oben und unten und überall. Haben sicher über 100.000 Leute gevotet. Hat im Übrigen auch Einer ein Gedicht dazu geschrieben, und der und das sollen hier ausnahmsweise mal zitiert werden, so ganz zum Schluss. Unter www.zwoelfzeilen.com findet sich also das folgende, natürlich zwölfzeilige Gedicht:

Ein Wind..., so schwach..., er rührt kein Blatt,
da lachen selbst die Würmer,
doch einen macht das Lüftchen platt:
...den holländischen Stürmer.

Der arme Tropf, fällt wie ein Baum,
und wälzt sich voller Schmerzen,
“Herr Doktor..., kommt er durch...?” – “wohl kaum”
der Pastor sucht schon Kerzen.

Es folgt gelb-rot und dann..., genau:
Genesung !!! ...seht Ihn hoppen !!!
In Schwaben heißt das: "Dumme Sau..."
In Bayern: ..."Arjen Robben" !!

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