By the way - die Sportglosse (Nummer 16, 9. November 2011) in Kooperation mit der Wettzentrale

Wir waren verreist. War einfach zu viel hier, mussten wir abhauen. Den Oberpfälzer Kurt Beck vom „scharfen Schwert“ schwadronieren zu hören, wenn es um die Neuregelung des Glücksspielstaatsvertrages geht, das brauchen wir nicht. Ein MP, der sich wie ein autokratischer Herrscher gebärdet und noch dazu SO aussieht, das braucht ja wohl wirklich niemand. Und logo, Lotto, Poker und Wetten macht süchtig und muss streng reguliert werden, aber die Automaten stehen weiter überall rum. Mit deren Chefs ist ja auch der halbe Bundestag per Du. What a shame! Beck sollte aufpassen – die NATO ist derzeit richtig in Schwung, wenn es darum geht, autokratische Herrscher mit einem Bombenteppich zu belegen. Vor allem, wenn sie von scharfen Schwertern faseln...

Verreist also, nach Ägypten. Immerhin hatten sie da den autokratischen Herrscher grade erst abgesägt. Natürlich das ganze großartige Programm absolviert, Pyramiden, Gräber, Museum, Mumien, Moloch Kairo, und so ganz nebenbei doch wieder interessante Informationen eingesammelt zum Thema autokratische Herrscher. In Ägypten, da erzählen sie sich nämlich Dinge, die weder deutsche noch englische Medien bisher überhaupt jemals erwähnt haben. Da erzählen sie sich von Videotapes, die der Herr Mubarak und seine Frau immer dann haben filmen lassen, wenn Staatschefs aus den Ölstaaten oder auch anderen Ländern zu Besuch waren. So mit viel Sex drauf und wer weiß was noch. Und diese Filmchen liegen jetzt alle bei Suzanne Mubarak, und Suzanne Mubarak sagt zu den Chefs der Ölstaaten, sie sollten doch bitteschön ihren ganzen Einfluss geltend machen, damit ihr Mann nicht verurteilt wird. Täten sie das nicht, dann könnte durchaus das eine oder andere Filmchen öffentlich werden. OK, die Tendenz, dass der an mindestens fünf Krebsen erkrankte Mubarak noch vor einem Urteil stirbt, die bestand schon vorher. Und dass es häufig irgendwo irgendwelche Filmchen gibt, das hat sicher auch schon mal irgendjemand geschrieben. Aber die Teile als Hebel für den kranken Mann, das ist wieder mal schön zu sehen, was am Ende des Tages ausschlaggebend ist für die großen Entscheidungen. Und ganz wichtige Erkenntnis: Immer noch einen in petto haben, man kann ja nie wissen.

Vor zwei Jahren sollen auch die jungen Gaddafis bei Frau Mubarak vorstellig geworden sein – mit einem Koffer voller Dollars, ca. 200 Millionen. Die wollten auch einen in petto haben, die Filmchen wollten sie kaufen, und der Herr Papa wolle die dann in allen Kinos des Landes ausstrahlen lassen. In Ägypten sagen sie, seitdem wollten die meisten arabischen Herrscher die Gaddafis tot sehen, und nur mit deren Hilfe habe man die überhaupt erwischt. Aha und hui, so viel Intrige, Tod und Terror schon wieder. Beck, Mubarak, Gaddafi, passt gar nicht mal so schlecht zusammen, natürlich nur so rein klanglich ...

Zum Schluss sei dem Deutschen Pius Heinz gratuliert, der seit dem heutigen Tag alle News beherrscht, jetzt von allen Medien hofiert und ein echter Star wird und damit vielleicht auch das Thema Poker in Deutschland hoffähig macht: Zum großartigen Namen, und zum großartigen Sieg beim WSOP Main Event in Las Vegas, den Weltmeisterschaften im Poker. He shipped it, sagt man, und knapp neun Millionen Dollar nimmt er auch mit heim. Hoffentlich geht er damit nicht zu Suzanne Mubarak...

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