By the way - die Sportglosse (Nummer 15, 26. Oktober 2011) in Kooperation mit der Wettzentrale

Gaddafi all over, mausetot und in allen Medien. Ein Lehrstück für die weltweit herrschende Bigotterie. Kein Mitleid hier, zu böse ist die Welt auch anderswo, aber doch so eine Art inmitten luxuriösen Daseins in unserer süddeutschen Oase des Friedens und der Glückseligkeit empfundener Abscheu für alle, die jetzt so tun, als gäb’s was zu feiern. Ganz vornedran viele Medien mit Jubelmeldungen a la „Der Tyrann ist tot“, als wären sie selbst aus Jahrhunderte währender Versklavung befreit. Willfährige Helfer der Politik somit, denn wer Muammar G und möglichst alle Söhne tot sehen wollte, das waren neben unterjochten Libyern vor allem westliche Politiker. Die Briten vorneweg, die anderen hintendrein. Kaum einer wäre im Verlauf eines Prozesses vor einem internationalen Gerichtshof ungeschoren davon gekommen. Alle ganz große Deals gemacht, alle das Öl gerochen und dann wie die Junkies. Nichts Neues eigentlich, die NATO bombt nicht für Menschenrechte. Warum allerdings nun wieder dieselben Medien Bilder verbreiten, auf denen Mutassim Gaddafi nach seiner Festnahme noch dreimal besser aussieht als Sayid Jarrah in LOST, das weiß der Teufel. Fast möchte man eine Wette wagen darauf, welches Herrenmagazin die ersten Nacktfotos einer überlebenden Amazone aus Gaddafis Leibgarde rausbringt. Wer von all dem Trubel am Ende überhaupt nichts haben wird, das sind die Libyer selbst. Ob ihnen das die Ägypter schon gesteckt haben?

Und weiter zum nächsten unangenehmen Thema: Schwarze Tage für den Motorsport. Nach Dan Wheldon hat es jetzt auch Marco „SuperSic“ Simoncelli erwischt. Überfahren vom brüderlichen Freund Valentino Rossi. Und Italien trauert mit einer Größe, die einen nicht unberührt lassen kann. Manches mögen sie nicht können, die Italiener, aber Tragödie können sie wie kein Anderer.

Endlich weg vom Tod jetzt, hin zum Sport, hin zum Rugby. Finale der Weltmeisterschaft, All Blacks vs Frankreich, nach Fußball-WM und Olympia das drittgrößte Sportevent der Welt. Bei uns? Fehlanzeige. Kostenpflichtiger Livestream bei Sport1, Zusammenfassung dort im TV ab 14.30. Nicht zu fassen. Da wäre man doch beinahe vom Glauben abgefallen, wenn nicht das ebenfalls um 14.30 angepfiffene Manchester-Derby in der Premier League einen abgelenkt hätte. Und wie einen das abgelenkt hat. Die Citizens haben zwar gegen den FC Bayern nicht so toll ausgesehen, aber was die mit ManUnited veranstaltet haben, das war fantastisch. Allen voran Silva und Balotelli, der Feuerwerker. Gerüchte aus England besagen, es wären bereits Manchester United Helplines eingerichtet worden unter der Nummer 0161 61 61 61. Wer auf den englischen Meister wetten will, der sollte auf City setzen!

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