By the way - die Sportglosse (Nummer 13, 12. Oktober 2011) in Kooperation mit der Wettzentrale

In zahlreichen Workshops, Trainings, Seminaren auf dem weiten Feld der Kommunikation haben mal mehr mal minder kompetente Leute uns eingeschärft, es wie die Amis zu machen: Erst loben, dann kritisieren – und das auch nur so, dass es eigentlich gar nicht böse klingt. Well, Fuck them! Heute machen wir’s andersrum, lassen zuallererst mal ordentlich Dampf ab. Müssen ja nicht alles machen wie die Amis. Richten ja auch keine Unschuldigen von Staats wegen hin.

Erste Adressaten natürlich Politiker und Banken: Immer mehr Geld in irgendwelche Löcher ohne Boden in irgendwelche Länder pumpen, denen man zuvor geholfen hat, sich fit zu bescheißen. Unsummen in irgendwelche Banken pumpen, die zuvor durch tätige Mitarbeit beim Bescheißen Unsummen verdient haben. Immer Geld verwenden, das irgendwer irgendwann bezahlen muss. Nicht sagen, wer’s bezahlen muss, obwohl man’s genau weiß. Fast hofft man, dass die Slowaken beim Nein bleiben. Check! Immer noch überall alte verrostete Öltanker rumfahren lassen, die auf Riffe fahren und auslaufen. Dann einfach zusehen, wie sie auslaufen. Wenn bei uns beim relativ neuen, vielleicht sechs Jahre alten Auto, Tankvolumen ca. 70 Liter, der TÜV abgelaufen ist, dann gibt’s sofort einen Strafzettel, und wenn ich das ignoriere, dann legen sie mir die Karre still. Check! Und nochmal die Politik, die die abgefeimten Aktionen des ägyptischen Militärrats gegen die Kopten „mit Sorge“ beobachtet und gleichzeitig denen, die das Ganze mit verantworten, den Saudis nämlich, die Panzer liefern. Check! Oder jetzt DigiTask: Wenn man liest, was die da von staatlichen Stellen für Summen kassieren für die Programmierung irgendwelcher minderwertiger Rotz-Schnüffelsoftware, der Hut könnte einem hochgehen. Check, und Luftholen, Innehalten. Ist ja alles nicht überraschend, hat System, läuft so schon seit vielen Jahren. Anprangern, Dagegensein, Helfen, wo man kann – aber nicht die Laune komplett vermiesen lassen ist angesagt.

Und manchmal, da findet man auch in der weltweiten Flut an News und Infos noch kleine Perlen: Da verlautet aus der hochangesehenen John Hopkins Universität zu Maryland, Magic Mushrooms wären gut für die Menschen, machten uns offener. Auch im Long Term Effect. Super, denkt man sich, gleich gedacht, vor Jahrzehnten schon. Wie haben sie bloß die 51 Probanden ausgesucht für diese geile Studie? Oder Air Berlin – deren VIP-Treatment kam offiziell ja nur Politikern und irgendwelchen B-Promis zu Gute. Stimmt aber gar nicht, denn fast täglich landen Mails von denen in der Inbox mit dem Betreff: Wollen Sie etwas Besonderes buchen? Oder es werden „Jubelpreise bei Air Berlin“ angeboten. Da fühlt man sich gleich ein bisschen wie ein Promi, wobei: Will man das denn? Zu denen gehören, die den ganzen Scheiß fabrizieren, über den wir noch vor zwei Absätzen fast die Laune verloren, sogar das F-Wort benutzt haben? Unschlüssig hier, behilft man sich mit der Krücke, dass diese Angebote ohnehin nie zu Zeiträumen laufen, die man wahrnehmen könnte. Last but not least sei an dieser Stelle auch große Freude über die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, also die der Herren jetzt, bekundet. Super Team, super Trainer, der Titel bei der EURO 2012 führt nur über uns und die Spanier. Wenn sie sich bloß mal nicht zu sehr auf „La Roja“ fixieren als einzig ebenbürtigen Gegner, denn das führt unweigerlich dazu, dass wir am Ende gegen die Italiener rausfliegen, oder gegen Holland. Und dann müssten wir schon wieder das F-Wort bemühen...

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