By the way - die Sportglosse (Nummer 103, 18. Dezember 2013) in Kooperation mit der Wettzentrale

Das Jahr geht zu Ende, aber den Jahresrückblick gibt’s hier nicht. Solche Sachen machen Herr Jauch und Co im Fernsehen schon genug, bei der Vielzahl an Kanälen und Rückblicken muss man die Glotze ohnehin ganz aus lassen, wenn man nicht unvermittelt in so eine abartige Show reingeraten will.

Eigentlich sollten heute ein paar ganz grundsätzliche Dinge diskutiert werden, wie z. B. die Frage, warum on earth viele Speisenzubereiter in ihre Pfeffersauce lauter Pfefferkörner reintun, so dass man beim Essen ausschließlich damit beschäftigt ist, die doofen Körner rauszufischen. Natürlich beißt man dann doch immer mal auf eines drauf, meistens mit dem letzten Bissen – ein bleibender Geschmack, nur leider kein Guter... Ähnliches gilt übrigens für die Salami, Scheiben gespickt mit Pfeffer, oder gleich der Kranz außenrum...

Andererseits: An einem Tag wie heute, an dem sich Willy Brandts Geburt zum 100sten Mal jährt – was könnte da wichtiger sein als Willy Brandt? Nix natürlich, denn unser Kniefall-Kanzler mit der Whiskeystimme war laut E. Henscheid wahrscheinlich der einzige Politiker, der während seiner gesamten Amtszeit nicht eine Minute nüchtern war. Umso bemerkenswerter, wenn man sich die ganzen Borg-Armeen anschaut, die uns heute regieren bzw durchregieren.

Soll ja auch nix verklärt werden hier, keine „Willy, Willy“ – Rufe, aber heute sind Wahlen in Deutschland nichts anderes mehr als ein Rennen der politischen Eliten an die Tröge. Und in diesen unseren besonders scheußlichen Groko-Zeiten haben sich die Kontrahenten sogar geeinigt – alle haben einen Platz in der ersten Reihe bekommen, und jetzt schmatzen und grunzen sie beim Hereinschaufeln der Früchte, mit denen die dämlichen Bürger die Tröge gefüllt haben.

Ein besonderes Ereignis soll aber in dieser unerklärlicherweise mit dem Begriff „Sportglosse“ gelabelten Textreihe nicht unerwähnt bleiben, zumal es ein sportliches Ereignis ist: Unser aller FC Bayern, geliebt und gehasst und gehassliebt, dieser FC Bayern hat in diesem Jahr nun doch noch mal ein Spiel verloren. Ein Heimspiel sogar. Dabei dachten doch alle, die Bayern hätten das Verlieren komplett eingestellt. Und natürlich wurde über die Gründe für diese Niederlage spekuliert, goldene Ananas, überheblich, etc., aber mitten im Erklärungswirrwarr war auch eine Stimme zu vernehmen, die da orakelte, die Niederlage gegen Manchester City sei nichts anderes gewesen als die Anzahlung für deren Stürmerstar und Maradona-Schwiegersohn Sergio „Kun“ Aguero. Tolle These das, verfolgen wir aufmerksam, ob da was dran ist, und ob demnächst denn El Pibe neben Uli auf der Ehrentribüne sitzt.. Immer noch tausendmal besser als Jahresrückblicke scheuen oder sich über die Groko-Monster aufregen.

So soll es enden für dieses Jahr, so soll es sein. Allen geneigten Leserinnen und Lesern viel Entspannung und leckeres Essen zwischen den Jahren, und die Gewissheit dazu, dass manchmal auch immer alles noch besser werden kann.

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