By the way - die Sportglosse (Nr. 9, 14. September 2011) in Kooperation mit der Wettzentrale

Nicht weiter schlimm ist ja eigentlich die Tatsache, dass laut ZDF Politbarometer fast jeder Zweite die FDP für überflüssig hält. Und wenn die restlichen 51% des Wirtschaftsministers Palaver zum Griechen-Thema hören, dann ist die Partei vielleicht bald eine neue Mini-APO. In der Sache mag er ja gar nicht falsch liegen, der Herr Minister, aber offensichtlicher der Wählermeinung hinterherreden geht ja wohl kaum mehr. Soll er’s doch 100 Rettungsschirm-Millarden früher sagen, wenn’s ihm ein derartiges Mordsanliegen ist. Allerdings hat soeben der Kieler Landtag ein neues Glücksspielgesetz beschlossen – mit den Stimmen der FDP. Simmer also mal nicht gar so streng mit den Liberalen, und jetzt gleich alle rauf nach SH, Lizenzen beantragen.

Apropos Wirtschaftsminister: Früher, da wusste man alles. Wer im Damen-Halbfinale der US-Open steht, wer US-Verteidigungsminister ist und natürlich das gesamte Bundeskabinett bis runter zum Ignaz Kiechle. Und heute? Nix, nix und wieder nix, oje. Ob das ein allgemeiner Kollateralschaden des Alterns ist, oder doch ein tragisches Einzelschicksal? Hoffentlich Ersteres, oder noch besser, es liegt daran, dass die Leute heute kein Profil mehr haben und allzu beliebig sind. Damit lässt sich’s leben, jetzt darf man bloß nicht an Claudia Kohde-Kilsch denken... Und wenn sich auch noch der dicke Sigmar Gabriel laut eigener Aussage „den Kanzler zutraut“, dann kennt man den eben bald auch nicht mehr, ganz einfach.

Die Stars der internationalen Rugbyszene sind sicherlich auch nicht eben bekannt wie bunte Hunde in Deutschland. Dass aber die derzeit stattfindende Rugby-WM in Neuseeland, immerhin nach Fußball-WM und Olympia so ziemlich das größte Sportevent ever, hierzulande nur als kostenpflichtiger Ruckel-Stream bei Sport1 läuft und sonst nirgends, das ist schon ein ziemlicher Aufreger. Aber klar, wir sind nicht dabei, da brauchen wir’s auch nicht zu sehen.

Und last but not at all least, aufgrund starker Nachfrage bzw. heftiger Reaktionen wird das Müller-Möller-Thema ab sofort als Running Gag eingeführt, diesmal mit dem Verweis auf den Elfer für Bayern gegen Freiburg. Wer ist denn da ganz frech mal wieder in des Gegners Strafraum eingedrungen? Wie immer kann man’s so und so sehen, und der Ausgewogenheit halber werden logisch beide Lesarten dargestellt, die Positive und die Negative. Im Positiven, ganz klar, der Mann ist nur durch Fouls zu bremsen. Zu gut, zu schnell, zu trickreich, ein ganz besonderer Spieler für die ganz besonderen Situationen. Negativ ist auch nicht schwer – wenn Müller in den Strafraum geht, dann fällt er. Immer. Mal schauen, wie die Verteidiger in Villareal das heute Abend angehen...

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