By the way - die Sportglosse (Nr. 7, 17. August 2011), in Kooperation mit der Wettzentrale.

Als Freund O. im Rahmen einer gewaltigen Eskapade unlängt feststellte, Fußball und Krieg seien ja wohl eindeutig Männersache, da wollte er wohl sein Non-Amusement beim Betrachten der Damen-WM zum Ausdruck bringen - darüber hinaus hatte er aber ganz klar die Amazonen-Leibgarde des Fantasie-Libyers Muammar Al Gaddafi vergessen. Nun ja, Grenzen verschwimmen bisweilen, und wenn sie in einem Meer aus Hochprozentigem gezogen werden, dann verschwimmen sie noch leichter. Sollte also der ominöse Mitarbeiter der TSG Hoffenheim beim Aufstellen seiner Lärmkanonen vor dem Gästeblock zwei Flaschen Raki intus gehabt haben, so könnte man ihm eher nachsehen, dass er damit eine Grenze überschritten hat. Da aber auf einen Vollsuff beim Sinsheimer Facility-Management mal so rein gar nichts hindeutet, finden sich auch nirgends mildernde Umstände für die Attacken auf gegnerische Fans. So etwas geht gar nicht, und man wird sehen, was noch folgt für den Club von D. Hopp, der ohnehin schwerstens einschnappt, wenn auch nur einer seinen Namen ruft. Vielleicht legen sie jetzt ja die 50 plus 1 Regel besonders strikt aus...

Ebenfalls Grenzen überschritten haben die Kölner Ultras, als sie in ihre Becher schifften und noch mehr, und dann das Ganze in den gegnerischen Fanblock warfen. Nicht, dass dagegen etwas zu sagen wäre, wenn sich verfeindete Hools in aller Ruhe gegenseitig mit Scheiße bewerfen – zum Begleichen persönlicher Rechnungen mag manch Einer gerne auf derart rüde Methoden zurückgreifen. Aber das Zeug im Stadion in den Familien-Block zu schmeißen ist einfach ein No-Go.

Und wo wir schonmal am Austeilen sind: Ohne Herrn Daums medizinische Diagnose im Detail zu kennen keimt hier der Verdacht auf, dass das schnöde Entfernen einiger Leberflecken als Eintrittskarte für eine große Runde Interviews und Titelseiten hergenommen wurde. Es soll ja auch Exprofis aus Fußball und Tennis geben, die für eine Schlagzeile nicht nur einmal ihre Frau verlassen haben. Man darf gespannt sein, ob der ausgebrannte Herr Daum nochmal ein Comeback feiert – die Österreicher sind bei sowas ja gerne mal extrem schmerzfrei.

Dann ist da noch der Fall des Herrn Piszczek von Borussia Dortmund, den sie wegen einer obskuren Geschichte für 12 Monate oder gleich lebenslang sperren wollen. Für den Mann ist zu hoffen, dass die Funktionäre schon deshalb nicht weiter gegen ihn tätig werden, weil allein das Aufschreiben seines Namens eine unglaubliche Konzentrationsleistung darstellt und eine Beharrlichkeit erfordert, die den Herren normalerweise eher abgeht. An dieser Stelle sei leise pro Lukasz Piszczek plädiert, mal schauen, ob er Anfang September in einer besseren Lage ist. Und bis dahin: Urlaub!

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