By the way - die Sportglosse (Nr. 6, 10. August 2011, in Kooperation mit der Wettzentrale)

Das weltweite Gewürge um DAX und Co, um Staatsschulden und Börsenkrise, das macht schlechte Laune. Bloß weil irgendeiner was sagt, tun alle so, als würde es jetzt ganz schlimm. Und mit ihren vollmundig herausposaunten Gegenmaßnahmen macht die Politik alles nur noch schlimmer, als ob deren Ruf nicht ohnehin schon ganz weit im Süden läge. Da ist ignorieren angesagt, denn erklären kann’s ohnehin keiner richtig. Genauso wenig wie die Tatsache, dass aber nun wirklich mal wieder alle Buchmacher den FC Bayern vor Saisonstart mit Durchschnittsquoten von 1,50 als haushohen Favoriten auf die Meisterschaft gepreist haben. Der BVB folgte dahinter – mit Quoten zwischen 5,00 und 6,00, was soll man sagen?

Bessere Laune gab’s zum ersten Spieltag in Dortmund, wo der BVB – Quoten hin, Quoten her - fast schon routiniert das übliche Fest abzog. Oder in Stuttgart, wo der VfB im „neuen“ Stadion endlich eine fußballwürdige Atmosphäre dazu nutzen kann, wieder ein heimstarkes Team zu werden. Richtig neu ist die Arena ja nicht, denn eigentlich wurden nur die Kurven grade gemacht und der Rasen abgesenkt. Eine Maßnahme, die 20 Jahre zu spät kommt und heute mit 60 Millionen Euro sogar noch teurer ist als manch Stadionneubau. Aber besser spät als nie, nicht wahr, und ganz schön laut, immerhin...

Sorry, Giefer, aber gute Laune hat einem auch dein Faux-Pass im Spiel gegen Mainz ins Gesicht gezaubert – zumindest wenn man nicht zu den Fans deines Teams gehört. Da kommt die Gehirnerschütterung mit Gedächtnisverlust grade recht, so lässt sich’s leichter aufarbeiten. Was allerdings dein Chef Holzhäuser danach im TV zum Besten gab, das war weit weniger recht. Man kümmere sich jetzt zumindest um einen Torwart, der besser ist als die Zwei, die man momentan zur Verfügung hat, sagte Herr Holzhäuser sinngemäß und betonte das Interesse am 19 jährigen Leno ohne jede Bundesligaerfahrung. So geht Lehrbuch für Vorgesetzte, immer vollrohr vor die Untergebenen stellen. Gut gemacht, Herr Holzhäuser.

Zum Schluss nochmal zur schlechten Laune: Wie das aussieht, wenn ganz viele Leute ganz schlechte Laune kriegen, das kann man dieser Tage in London sehen. Das Länderspiel gegen Holland, die Spiele in zweiter, dritter und vierter Liga gleich mal abgesagt, und jetzt freuen sich alle auf Olympia 2012. Da wurden nicht nur in Nordirland sondern auch in der Stuttgarter Bahnhofsgegend schon aus weit geringerem Anlass die Wasserwerfer herbei geholt. Hätten sie in London auch machen sollen, denn, Achtung, abschließendes Statement: Die Jugend im mittleren Osten erhebt sich für ihre Grundrechte. Die Jugend in London erhebt sich für HD ready 42’ Plasma TV’s.

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