By the way 43 - die Sportglosse

von Christian Prechtl (Nummer 43, 17. September 2007)

Der ersten Euphorie über den außerirdischen FC Bayern München ist ein wenig die Puste ausgegangen, und in der Fußball-Bundesliga kehrt so langsam wieder Normalität ein – eine Normalität, die sich zwar überhaupt nicht jedes Jahr genauso zeigt, die aber als statistischer Wert oder als irgendein Dünkel oder warum auch immer in den Köpfen der meisten Menschen existiert. Diese besagt, dass der FC Bayern zwar nicht besonders gut spielt aber am Ende doch meistens gewinnt und Meister wird. Der Titel „Rekordmeister“ beweist hierbei eindeutig die Richtigkeit des statistischen Ansatzes, und die riesige Zahl der Fanclubs und Anhänger im Lande bei daraus irgendwie folgender fast ebenso großer Zahl glühender Ablehner des FC Bayern mag an dieser Stelle zumindest als Indiz für die „Dünkel-Theorie“ herhalten.

Also dürfen der VfB Stuttgart, Werder Bremen oder sogar auch mal der FC Kaiserslautern Deutscher Meister werden, aber am Normalzustand im deutschen Fußball ändert das überhaupt gar nichts. Und im Spiel gegen den FC Schalke am Samstag war die genannte Normalität zumindest zu guten Teilen wieder vorhanden. Der FC Bayern spielte nicht gut, er spielte nicht eben schnell, eher mühsam, eine gewisse Ideenlosigkeit war zu erkennen, und den einzigen Unterschied zum „normalen“ FC Bayern machten die feine Ballbehandlung, die schnellen Drehungen, die ansatzlosen Pässe und Sprints des auch bei durchschnittlicher Leistung noch als Weltklassespieler klar zu erkennenden Franck Ribery aus.

Nun ist Schalke 04 zwar im Weltfußball kein Begriff, der Angst und Schrecken wie eine Bugwelle vor sich herschiebt, aber in der Bundesliga sind die Königsblauen doch allemal eine der besseren Mannschaften. Und da sie heuer in München ausnahmsweise mal nicht bereits beim Anpfiff die Hosen voll hatten konnten sie verhindern, dass die Begegnung völlig normal mit einem Sieg mäßig spielender Bayern endete. Vielleicht ist aber auch neben der Euphorie den Spielern die Puste ausgegangen – die „abstrusen“ (M. Reif) Länderspiele in nah und ganz fern waren sicherlich nicht eben Fitness-fördernd für die Profis.

Davon wird auch der VfB Stuttgart ein Lied singen können. Vor dem Aufgalopp in der Champions League hat der Deutsche Meister Thomas Hitzlsperger lädiert von der Länderspiel-Duplette gegen Wales und Rumänien zurückbekommen. Hingefahren zur Nationalmannschaft war er noch beschwerdefrei – und zurück kam er mit einer Verletzung, die in gut unterrichteten Kreisen als Ermüdungsbruch im Fuß bezeichnet wird und eine ca. viermonatige Pause nach sich zieht. Ob „Hitz“ trotz wehen Fußes spielen wollte und einfach nichts gesagt hat, oder ob der DFB ihn trotz geäußerter Beschwerden auch gegen Rumänien hat durchspielen lassen, das wird wohl nur der Spieler selber klären können. Ärgerlich für Stuttgart ist der Ausfall allemal, noch mehr, als Mertesacker, Kuranyi und sogar Pander und Konsorten durchaus geschont wurden. Bleibt zu hoffen, dass dem Meister trotz einiger verletzter Leistungsträger nicht schon zum Auftakt der Champions League in Glasgow gegen die Rangers die Piste ausgeht. Denn die Schotten müssen geschlagen werden, wenn man weiterkommen will.

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