By the way 357 – same same but different. Habe die Ehre!

Das Ende ist nah, könnte man meinen. Zumindest, wenn man sich nicht Augen und Ohren zuhält, um verschont zu werden von dem, was draußen los ist. Und „draußen“ ist nicht nur weit weg, Trump, USA, Corona-Liveticker und so. Bei uns ja nun auch nicht unbedingt alles Gold, was glänzt wie ein Politikergesicht nach langer Nachtsitzung mit viel Cognac, ungepudert vor die Kameras tretend.

Was die im Westen ehemals Volkspartei, im Osten dagegen durchaus auch Blockpartei genannte CDU da im Nachgang zur Thüringen-Wahl aufführt, wird eigentlich nur noch von Parteikollegin Ursula von der Leyen übertroffen, die sich ja im fernen Brüssel schon längst von ultrarechten Demokratiefeinden hat in ein Amt wählen lassen, kraft dessen sie so viele Berater fein versorgen kann, dass die sich an der Bundeswehr ewigen Reichtum gesichert habenden KPMG, Ernst & Young und Co dagegen aussehen wie eine mickrige Schar versprengter Vagabunden.

Und wenn Du dann glaubst, Dich vor all dem Scheiß und Friedrich Merz in die unwichtige und immer langweiliger werdende Welt des Bundesligafußballs flüchten zu können – dann erwischen Dich dort Jürgen Klinsmann, der windige Windhorst und Hertha, der Big City Club, mit einer Geschichte, die es an Lächerlichkeit locker mit Lindner und Kramp Karrenbauer und den anderen aufnehmen kann, nur dahingehend besser, als dass sie uns im Gegensatz zum Treiben unserer Politiker in ihrer konkreten Folgenlosigkeit komplettamente am Arsch vorbeirauschen darf. Denn, bitteschön, wer ist denn schon ernsthaft für Hertha?!

Wenn auch das Saisonende vor allem in der zweiten Bundesliga noch in weiter Ferne liegt, wo der Aufstieg meines Klepperlesvereins, der so gerne auch ein Big City Club wäre, alles andere als sicher ist, so ist für diese allmittwöchliche Kolumne hier das Ende doch so sicher wie das Amen in der Kirche. Zumindest ein bisschen. Denn ein wenig Modifikation muss sein, ganz einstellen will ich’s freilich nicht.

Die Lösung lautet Kontext Wochenzeitung, wo ich ab schon ganz bald eine regelmäßig unregelmäßige Kolumne platzieren darf, die inhaltlich im Grunde genauso zwischen Sport und allem anderen hin und herschwenken wird wie diese hier, und die genauso wie bisher auch immer Mittwochs erscheint. Kein Grund also, irgendetwas zu ändern, hier gibt’s dann immer den Link, der Newsletter wird weiterhin mit nichts als dem Hinweis und Link zum Mittwochstext versendet werden, und wenn’s gut läuft ist der Text auch Samstags im Innenteil der taz-Wochenendausgabe zu lesen – nur eben dann nicht mehr im wöchentlichen sondern im 14-tägigen Rhythmus ungefähr. Darauf freue ich mich übrigens sehr, denn, wie anfangs geschrieben: In Zeiten, wo man meint, es gehe wohl bald alles den Bach runter – in solchen Zeiten ist unabhängiger Journalismus wichtiger denn je. Und da bin ich doch sehr gerne ein Teil davon. Nicht nur eher passiv, wie als Verleger/Genosse der tollen Schweizer Republik, sondern auch ganz aktiv, mit einer eigenen Kolumne beim Kontext aus Stuttgart.

Also ist jetzt schon wieder mal Zeit, allen Leserinnen und Lesern ganz herzlich Danke zu sagen. „By the way“ gibt es mit kleinen Pausen schon seit 2001, als es das Wort Blog noch gar nicht gab. Zwischendurch erschien das mal in einer österreichischen Zeitung, dann bei N24, und seit 2007 immer auch hier auf der Seite. Und ab demnächst dann eben unter https://www.kontextwochenzeitung.de. Habe die Ehre!

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