By the way 349 – Dutt 3.0, no offense

Gespannt wartet die VfB-Gemeinde darauf, dass weißer Rauch aufsteigt aus den Gemächern des Stuttgarter Vereinsbeirats. Dabei scheint es dieser Tage aber gar nicht mal in erster Linie darum zu gehen, welche der angeblich neun Bewerber um das Amt des Präsidenten nominiert werden. Die eigentliche Frage ist, ob einer NICHT nominiert wird. Und dieser eine ist Weltmeister und Ehrenspielführer Guido Buchwald. Traut sich der Vereinsbeirat, ein Schwergewicht wie Guido durchfallen zu lassen? Zu befinden, dass er das Anforderungsprofil für das Präsidentenamt nicht erfüllt?

Einen Shitstorm werden die Dame und Herren Vereinsbeiräte ohnehin um die Ohren bekommen, ganz egal, für und gegen wen sie sich entscheiden. Wenn sie sich gegen Guido entscheiden, wird der Sturm noch stärker – aber dafür wachsen sie als Gremium auch in ihrer Bedeutung. Denn bitteschön, ein Gremium, das solche Entscheidungen trifft, muss ja wohl ein starkes Gremium sein. Quasi furchtlos und treu. Einen Präsidenten Buchwald als Aufsichtsrat, vielleicht gar als Vorsitzenden, den hätten viele Fans und auch die Herren Seilschafter Porth, Jenner und Co ja eigentlich ganz gerne, den fürchten sie doch wohl weit weniger als einen integren Mann aus der Wirtschaft, der ihr Aufsichtsratskauderwelsch möglicherweise sogar verstehen und durchschauen kann.

Der Rest ist warten. Auf die beiden Kandidaten. Auf die sportliche Entwicklung. Darauf, dass das nicht schief geht, dass der VfB mit Thomas Hitzlsperger schon wieder einen Allgewaltigen hat, der diesmal sogar formal sein eigener Vorgesetzter ist. Dutt 3.0 sozusagen, no offense, lieber Thomas.

Und jenseits des VfB? Viel Hass unterwegs, bald werden wir uns dran gewöhnt haben. Leider. Denn statt einander zu hassen, auf alles und jeden mit dem Finger zu zeigen, sollten wir lieber miteinander reden. Und wenn’s ganz gut läuft, hin und wieder auch mal ein bisschen nachdenken, die eigene Position in der Gesellschaft hinterfragen, das Hirn in Bewegung bringen. Das wäre was. Auch wenn’s schwer fällt.

An dieser Stelle wird es in den kommenden Wochen bis zum 13. November ruhig bleiben, keine Zeit, viel unterwegs, Freund Sautter stellt sein Buch vor, der VfB spielt auswärts im Pokal, und die Präsidentschaftskandidaten werden erst am 7. November öffentlich bekannt gegeben. Außerdem arbeite ich vollrohr an einem eigenen Projekt, das noch in diesem Jahr an den Start gehen wird. Darauf freue ich mich mordsmäßig.

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