By the way 318 – den Blick nach vorne richten, zum Golde hin drängen. Und mit dem Zaster dann beim Herzensverein auskehren...

Die Liga macht Pause, nach dem „Clásico“, „Germanico“ oder sonstwie hochsterilisierten Topspiel Dortmund gegen Bayern dürfen wir durchatmen und dabei zuschauen, wie ehemals unterlegene Gegner unsere Weißen Riesen herspielen. Dass mein Vorschlag mit den weißen Riesen seinerzeit komplett ignoriert und statt dessen von wahrscheinlich ultrahoch bezahlten Marketieren der doofe Name „Die Mannschaft“ ersonnen wurde, ist ungefähr so phantasievoll wie der VfB Stuttgart, der statt des Frohsinn verbreitenden Isländers Hallgrimsson den miefigen Weinzierl als Trainer verpflichtet hat. Aber wie gesagt – jetzt ist Pause, der noch bis kurz vor Anpfiff in Nürnberg komplett zerstrittene VfB hat sich plötzlich wieder ganz arg lieb und obendrein zwei Wochen Zeit sich einzubilden, es sei jetzt das Schlimmste überstanden und der Weg ginge ab sofort wieder nach oben.

Da viele inzwischen nicht mal mehr wissen, wo die Spiele der deutschen Nationalmannschaft überhaupt übertragen werden, können wir ganz entspannt einen Blick in die Zukunft wagen. Sicher wie das Amen in der Kirche ist, dass der VfB Stuttgart auch in den kommenden Wochen und Monaten ohne spielerisches Konzept auskommen und seine Pünktchen irgendwie anders sammeln werden muss. An Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit unterstelle ich dem Szenario, dass der blutjunge BVB spätestens in der Rückrunde einen Einbruch erleben wird. Möglicherweise via Klatsche in der Champions League und darauf folgender Probleme gegen graue Bundesliga-Mäuse. Was ganz ohne Schadenfreude und vor allem ohne die übliche Verletzung von Marco Reus daherkommen möge, denn wie gesagt, viele noch sehr jung dort. Dafür mit umso mehr Tempo, schön anzusehen. Der Trainer stets bestens gelaunt, ein Lachen hier, ein Strahlen da. Aber: Eine ganze Saison hat Favre eher selten durchgestrahlt. Der hatte doch immer auch seine weinerlichen Phasen.

Ob es allerdings den schwerfälligen Bayern gelingt, kurz vor Schluss dem BVB in die Parade zu fahren, quasi letzter Spieltag, die Lastwagen kreisen schon, Feierlichkeiten vorbereitend, um den Borsigplatz, und dann findet die Mutter aller Bierduschen eben doch wieder in München statt - oder ob nicht vielmehr Fredi Bobics vorzügliche Frankfurter Leihspielertruppe bis zum Schluss ganz vorne mitmischen wird, oder gar des Rangnicks Rasenballer, das ist schwer vorherzusagen. Den anderen Borussen traue ich das jedenfalls eher nicht zu, aber wer bin ich schon, Heckings Fähigkeiten als Spitzenmannschaftstrainer anzuzweifeln?

Wenn es mit hoher Taktzahl weiter geht mit den Enthüllungen über die geheimen Pläne der Herrscher über den Fußball, dann ist ohnehin gar nichts mehr auszuschließen. Tüftelt Bierhoff im Verbund mit RTL etwa schon an einem Plan, den Kader der „Mannschaft“ demnächst über ein öffentliches Casting inklusive Telefonvoting bestimmen zu lassen? Jogi nennt 50 Kandidaten, dann kann angerufen werden, 50 Cent pro Call, die natürlich nicht den Amateuren oder sonstigen Vollexoten zu Gute kommen sondern im besten Falle dazu verwendet werden, die derzeit noch brachliegende alte Frankfurter Galopprennbahn in einen DFB-Glaspalast zu verwandeln, wie ihn die Welt außerhalb Cupertinos noch nicht gesehen hat. Das wäre echte Teilhabe. Das wäre ein Ding. Natürlich reine Phantasie, Bierhoff ist nicht Infantino, dem man ja mittlerweile unterstellen muss, er frühstücke jeden Morgen einen halben noch warmen Säugling. Aber vielleicht mal ausnahmsweise, nur für ein Spiel? Das dann irgendwo beim Chinesen stattfindet, dessen LED-Werbung mir letzten Sonntag im schönen Waldstation bei Eintracht vs Schalke aufgefallen ist.

Werde mir gleich mal ein Copyright an der Idee mit dem Telefonvoting eintragen lassen – denn wenn der richtige Rubel rollt, will ich natürlich mitverdienen. Und dann die restlichen Anteile am VfB Stuttgart übernehmen...

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