By the way 277 – Macht und Mango auf Wolke 7

Big D kam mit einem heißeren Grunzen. Konnte und wollte nicht mehr länger warten. Zu viel Druck auf dem Kessel, musste raus jetzt, ganz klar. War ja auch mächtig was los gewesen am Wochenende. Allein die Aufregung im Flutlichtspiel des VfB gegen Köln, haidernai, für einen Mann in seinem fortgeschrittenen Alter ganz schön heftig. Das Stadion ausverkauft, zum Feiern bereit und trotzdem mit einer gewissen Beklommenheit, weil die Bilanz gegen den EffZeh halt gar zu miserabel. Aber gegen den Letzten, vor dieser geilen Kulisse, da musste es laufen. Und dann? Dann lassen sich die Jungs von Konstantin Rausch und dem linkischen Bittencourt quasi im Alleingang rund machen. Konstantin Rausch! Das muss man sich mal geben. Holt der sich die Bälle hinten, passt und rennt und flankt und dribbelt und tut und macht auf seiner linken Seite, was er will. Und das meiste gelingt ihm. Und vornedran der Halbbrasilianer, ein Unsympath vor dem Herrn, aber kicken kann er, leider. Quasi die rheinische Version von Lahm/Ribery zogen die beiden da ab.

Nach der dritten versemmelten Kölner Chance wollte er schon beim Veganer durchklingeln, Kurzwahltaste 1. Und dann macht der Grieche das Tor. Überhaupt, der Grieche. Hätte zwar allein drei machen sollen, war aber trotzdem der Beste. Traut sich was, kann auch was. Eigentlich schade, dass der noch vom Slim geholt worden war, Michas Track Record könnte so einen gut vertragen. Weil die Opas von der Rampe leider ganz ohne Glamour. Natürlich hatte Big D genau registriert, wie die Leute sich insgeheim freuten darüber, dass der Andi nicht in der Startelf stand. Auch das Geächze, als er dann doch schon ziemlich bald eingewechselt wurde, war zu seinen Ohren durchgedrungen. Aber was soll man machen? Hoffen, dass die argentinische Selfiemaschine bald wieder auf 100 Prozent kommt? Und dann gegen die Tempodosen nächsten Samstag? Nichts, was einen erleichtert durchatmen ließe.

Der Rest gegen Köln dann extrem bis zum späten Ende. Dem guten Ende. Wobei Big D sich schon fragte, was gut denn eigentlich war? Drei Punkte mehr im Sack, ok – aber den Thomas musste er jetzt weiter hinhalten. Kein Vergnügen, das.

Samstag Sonntag fand in der Wolke vor der Glotze statt. Big D ließ kein Fußballformat aus, notierte mit, plante seine eigenen Auftritte. Für den Fall, dass man ihn wieder einlüde. Aber das würde schon werden, da war er sich sicher. Nicht mehr lange, und man könnte nicht Uli sagen oder Aki, und schon gar nicht könnte man den Hannoveraner Hörakustiker bringen, ohne dass er dabei wäre. Auf Augenhöhe mit den Großen, das war Big D. Mindestens. Wiederwahl im Dezember, die Anteile zum Spottpreis, Klassenerhalt, Champions League. Die Vollidioten würden eh keinen Gegenkandidaten finden, und selbst wenn, dann würde er den aber sowas von abfrühstücken. Das in Aussicht stehende Gemetzel erregte ihn...

Abends dann der Tatort. Big D freute sich, seine Hütte im Fernsehen zu sehen, und da war sie auch schon, leider nur in der Totalen ganz kurz. Stuttgart kuckte er immer, soweit möglich. Aber nicht wegen der Fälle, das war ihm mehr oder minder wurscht. Die Karre vom kleinen Kommissar hatte es ihm angetan, der alte 911er in braun. Er beschloss, auch hier zügig Nägel mit Köpfen zu machen. Little C würde das für ihn regeln, wofür hat man denn Kinder. Und wenn was klemmte – Werkstatt. Leider. Denn viel lieber hätte er den Slim druntergelegt...

Nach dem Tatort Sport im Dritten, das lief ihm richtig gut rein. Euphorie im Studio, bald noch besser, LeGente kommt zurück, es wird großartig. Mit ihm an der Spitze, in der festen Hand das Steuer, er, der Macher, am Ruder, Kurs steil nach oben. Schon wieder Kribbeln im Schritt, Macht und morgens Mango, da brauchte es keine Pillen. Gut, dass die Frau jetzt endlich zu Hause war.

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