By the way 273 – warum ich froh bin, VfB-Fan zu sein. Und warum die Spiegel-Redakteure ab sofort meine Kollegen sind...

Bei allem Gebruddel über die Verantwortlichen meines Herzensclubs – ich bin schon froh, dass ich Fan des VfB Stuttgart sein darf und nicht aus irgendwelchen Gründen Fan des VfL Wolfsburg sein muss. Wer da tatenlos zugeschaut hat, wie der aktuelle Kader zusammengestellt wurde, der ist schon ein ganz großer Vereinsfunktionär. Gäbe es eine nach unten offene Versagensskala, die Leistung der VfL-Verantwortlichen müsste man wohl bei „unendlich“ ansiedeln. Nur folgerichtig also, nach dem vierten Spieltag den Trainer zu feuern und einen weiteren Kandidaten auf diese Söldnertruppe loszulassen. Kann auch nur an der Bezahlung liegen, sich so etwas anzutun.

Dass der VfB Stuttgart den VfL Wolfsburg besiegen konnte, das ist gut. Es bedeutet drei Punkte mehr gegen den Abstieg. Denn bei allem Jubel über die starken Leistungen der Unsrigen – wenn ein Gegner wie gestern Borussia Mönchengladbach mal etwas besser als grottenschlecht spielt, dann verlieren wir halt. Auch wenn man nicht sagen kann, dass sie es wirklich schlecht gemacht hätten. Aber so muss man eben hoffen, dass Augsburg sich am Samstag nicht als Bullenbesieger sondern als grottenschlechter Gegner präsentiert und der VfB eichhörnchengleich die nächsten drei Punkte für den Klassenerhalt sammeln kann.

Ob Christian Gentner nun eklatant gefehlt hat, dass lässt sich nach dem gestrigen Spiel noch nicht objektiv sagen. Subjektiv sage ich, er fehlt. Auch wenn die Fraktion der Gentner-Basher zeitweilig die Meinungshoheit quasi für sich gepachtet hatte. Oder vielleicht grade deswegen. Zum Thema Foul an Gentner hier nur eine Bemerkung: Wenn das an genau derselben Stelle andersrum passiert wäre – den Feldspieler hätten sie mit Rot rausgestellt und mindestens für fünf Spiele gesperrt.

Apropos Bashing: Als in Heidelberg ansässiger Schwabe habe ich mir erlaubt, das bundesweit, aber natürlich auch aus vielen VfB-Kehlen gehörte schadenfrohe Gejohle über die lediglich 15.000 Zuschauer im EL-Spiel Hoffenheim gegen Braga mal ins Verhältnis zu setzen. Und folgendes kam dabei raus: Erstens bedeutet ein Anpfiff um 19 Uhr, dass gefühlt die Hälfte aller TSG-Anhänger um diese Zeit gerade erst aus dem Job raus kommt. Und am nächsten Morgen auch wieder früh in den Job rein muss. Denn die Leute haben überwiegend mehr zu tun als nur ihre Tauben zu füttern. Zweitens war die bescheidene Hütte gegen den FC Bayern und den FC Liverpool noch vor wenigen Tagen gleich zweimal ausverkauft. Und drittens hab ich mal geschaut, wie das zum Beispiel beim VfB war mit den Zuschauerzahlen. Und siehe da, gegen einen namhaften Gegner wie Lazio Rom kamen beim letzten Auftritt in der Europa League nicht mal 30.000 Zuschauer ins 60.000 Zuschauer fassende Neckarstadion. Wohl gemerkt nicht zu irgendeinem Gruppenspiel sondern zum Achtelfinale. Von den Gruppenspielen dieser EL-Saison gegen Dynamo Moskau, Steaua Bukarest, Molde FK und FC Kopenhagen mal ganz zu schweigen. Und vom Zwischenrundenspiel gegen Genk auch. Und vom UI-Cup erst recht.

Jetzt habe ich keine Muße gehabt, solche Recherchen auch für andere Bundesligisten in der Europa League anzustellen, wage aber die These, dass es da zumindest teilweise nicht groß anders aussieht. Also bitte hier mal die Kirche im Dorf lassen und sich lieber weiter drüber lustig machen, dass die Auswärtsfahrer der TSG in der Bundesliga Spieltag für Spieltag einem Zug der Kimbern und Teutonen gleichen – allerdings erst nach der fast vollständigen Auslöschung durch die Römer.

Und jetzt genug zur TSG Hoffenheim, schließlich bin ich nicht deren Anwalt. Bin ja vielmehr und vor allem in Sachen VfB Stuttgart unterwegs. Und hier wird es einige freuen, andere eher gewaltig grämen und nochmal anderen völlig gleichgültig sein, dass ich fortan zu jedem Bundesligaspiel des VfB eine kleine Vorschau schreiben werde – und zwar für ein echtes so genanntes Qualitätsmedium mit riesiger Reichweite. Ganz konkret beim Spiegel bzw. dessen online Version, SPON genannt. Und darüber freue zumindest ich mich schon ganz gehörig. Wenn Sie also mal schauen möchten...

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