By the way 271 – the Goodstuber, the Baddietrich and the Uglyporth...

Dass Holger Badstuber in fittem Zustand eine echte Verstärkung für die Hintermannschaft des VfB Stuttgart sein würde, das hatte eigentlich niemand angezweifelt. Und im ersten Heimspiel der Saison gegen bemitleidenswerte Mainzer war ein fitter Holger Badstuber dann auch eine echte Verstärkung. Zweifel bestanden eher an der Bundesligatauglichkeit der Hintermannschaft des VfB Stuttgart für den Fall, dass Holger Badstuber nicht fit wäre. Und natürlich daran, dass sein von zahlreichen üblen Verletzungen geschundener Körper den Belastungen regelmäßigen Spielbetriebs überhaupt länger als zwei Spiele standhalten würde. Oder andersrum: Dass der arme Holger Badstuber eher früher als später wegen irgendwelcher Malaisen ausfallen würde, das war ungefähr genauso klar wie der Umstand, dass die Verpflichtung eines Robin Dutt den VfB geradewegs in den Abgrund führen würde.

Bekanntermaßen hat der VfB Stuttgart Robin Dutt trotzdem verpflichtet und bis zum bitteren Ende an ihm festgehalten. Damals für dieses Festhalten verantwortliche Aufsichtsräte sitzen übrigens bis heute in ihren teuren Sesseln, jetzt mit dem Hut des AG-Aufsichtsrates auf dem Kopf. Und natürlich hat der VfB Stuttgart auch Holger Badstuber verpflichtet, allerdings nicht, wie es angemessen und durchaus nachvollziehbar gewesen wäre, als eine von mehreren Optionen für die Innenverteidigung. Die Cannstatter Kompetenzweltmeister haben Holger Badstuber vielmehr als den zentralen Spieler für die Abwehr geholt, den, der die jungen unerfahrenen Kollegen führt, der der gesamten Defensive mit seiner Erfahrung Halt gibt und zudem auch noch bockstark in der Spieleröffnung ist. Und der nach dem zweiten Spieltag erstmal verletzt ausfällt. Also kicken wir bei der ersten echten Standortbestimmung der Saison auf Schalke voraussichtlich immer noch mit der Innenverteidigung, die sogar in der zweiten Liga nun beileibe nicht das Maß aller Dinge war. Also schleppen wir, bei allem Respekt für Baumgartl, Kaminski, Pavard und Co, weiter Baustellen mit, die seit circa fünf Jahren unbearbeitet sind. Und reden derweil davon, mit „El rusito“ Ascacibar den neuen Mascherano sowie mit Nicolas Sessa aus der zweiten Mannschaft einen neuen kleinen Messi zu besitzen. War ja auch Länderspielpause, und wenn keine Spiele sind, dann reden wir immer toll daher – die mit ganz wenigen Ausnahmen zu willfährigen Hofberichterstattern verkommene Stuttgarter Presse eingeschlossen. Verwunderlich nur, dass keiner der Gefälligkeitsschreiber den Präsidenten bewundernd als „Mini-Hoeneß“ bezeichnet. Gilt wohl nicht mehr offiziell als Kompliment, seit der Uli vorübergehend nach Landsberg am Lech umziehen musste. Wäre aber trotzdem der passendste Vergleich, denn da drängt unser Präsident ja hin, auf die Ebene, wo Hoeneß sitzt und der Aki und die ganz großen Wheeler Dealer. Wird ihm nicht gelingen, unserem Präsidenten, sicher nicht...

Es ist beim VfB alles so schrecklich vorhersehbar, die geradezu systematisch immer wieder gemachten gleichen Fehler, der komplette Neuanfang einmal pro Jahr, die dazugehörende 180 Grad-Wende in Sachen Philosophie, die Personalwechsel, und oben drüber die galoppierenden Profilneurosen der Verantwortlichen, sei es der Präsident, sei es der Sportdirektor, sei es der Aufsichtsrat.

Und weil sich keiner gefunden hat, die auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung mit all den defekten Abstimmungsgeräten erzielten Ergebnisse innerhalb der vierwöchigen Widerspruchsfrist anzufechten (wäre weiß Gott auch kein angenehmes Dasein geworden, so als „Verhinderer des Erfolgs“), haben die zuständigen Anwälte nach Ablauf der Frist sicher mehr als nur ein virtuelles Fässle aufgemacht. Und die VfB-Verantwortlichen sitzen jetzt ziemlich unbehelligt im AG-Aufsichtsrat. Dessen Vorsitzenden können wir indes trotzdem abwählen – am 3. Dezember ist Mitgliederversammlung. Falls er bis dahin noch im Amt ist...

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