By the way 246 – warum „Big D.“ umgedrehte Elegien summt. Und wie er die „Slim-Frage“ löst...

„Slim“ hatte versagt. Auf der ganzen Linie. Und D., „Big D.“ hatte es kommen sehen. Von Anfang an. War nur ein wenig nachlässig geworden angesichts des Selbstläufers, zu dem seine Präsidentschaft sich entwickelt hatte. Zu sorglos, zu wenig wachsam, zu viel hatte er geliefert. Kampagne, Wahlsieg, den zweiten Daimlermann im Aufsichtsrat platziert, Ausgliederung, Aufstieg, es war alles gelaufen wie am Schnürchen.

Dass die Daimlerkohle im Handumdrehen weg war, das hatte er einkalkuliert. Weil nun mal für einen Zweitligisten mit beeindruckender Historie im Geldvernichten nicht mehr zu holen war. Und wenn die Anteile einmal weg waren, dann waren sie halt weg. Neue konnte man nicht zaubern. Aber es gab ja die Bank. Also nicht irgendeine Bank. Sondern die mit der umgedrehten Elegie. „Wenn ich die Bank am Bodensee, dann tut mein Herz mir nicht mehr weh“, wie oft hatten sie das vor sich hin gesummt in den alten Zeiten. Mit dem Schraubenonkel konnte man noch immer ein schönes Ding drehen, kein Zweifel. Auch wenn man dann halt mit einem Aufsichtsratsvorsitzenden leben musste, der, nun ja, das eine oder andere Defizit geradezu aufreizend offensiv zur Schau trug. Alles halb so wild, die Leute nahmen ihm den Superfan ja gerne ab, nannten ihn sogar liebevoll „Porno“. Und eine Hand wäscht die andere, ganz klar.

An dem Tag, als er Slim zur Bank schickte, da hatte er bei Kilometer Zehn seiner Morgenrunde auf dem Ergometer wieder mal an die Typen von diesem Internetblog gedacht. Der Ruhm seines Sportvorstandes war ihm seit jeher ein Dorn im Auge gewesen, aber nach dem Fehlgriff mit dem General war ihm wirklich nichts übrig geblieben als einen Volkstribun zu holen. Bis jetzt war es ihm ja auch ganz gut gelungen, das Machtstreben des S. am Stachelhalsband auf Zug zu halten. Und dann mussten die Bloggernasen ihn zum „Slim“ hochjazzen. Wie so’n Rapper. Eigentlich war er ja sehr zufrieden mit seinem eigenen Spitznamen, zumal seit Donald abtauchen musste. Aber wenn der blonde Autoschrauber slim war, dann war er selbst ja wohl superslim, so rein nach Körperfettanteil. Und jetzt nagte es halt an ihm, wie immer, wenn Untergebene mehr Fame hatten als er selbst.

Aus so einer eigentlich lächerlichen Laune heraus hatte er Slim dann zur Bank geschickt, er solle Grüße ausrichten und die Kohle für den neuen Superspanier holen. In der Bundesliga konntest Du mit den ganzen Kindern im Kader keinen Blumentopf gewinnen, da musste ein echter Name her. Mit dem war zwar auch nix zu ernten, aber das konnten ja die Leute nicht wissen. Also zog Slim nach Lindau ab – und verbockte es. Dass sie ihn nicht erkannten und deswegen auch nicht reinließen, das hätte man regeln können. Aber der Idiot musste sich dabei auch noch von Passanten erkennen lassen, machte Zeder und Mordio, dachte, er sei auf Augenhöhe mit „Big D.“. Was er natürlich nicht war, da konnte er noch so aufrecht durch die Gegend marschieren. Ganz zu schweigen von den Einlagen in seinen Schuhen.

Und jetzt war die Presse dran, und Reinhold war überhaupt nicht amused. Den konntest Du über die sieben Berge zu den sieben Zwergen jagen mit der Presse. Als irgend so ein Managermagazinfuzzi vor ein paar Jahren mal die Story brachte über seine Bank, da war der so wütend, dass er seinen Hunden tagelang nichts zu fressen gab. Wenn das nicht so Riesenviecher gewesen wären, die wären glatt verhungert.

Er würde sich wohl Gedanken über alternative Finanzierungen machen müssen. Mal den Claus-Dieter fragen, unten am Kap. War ohnehin überfällig, da wieder hin zu fahren. Mit Slim im Schlepptau, optimalerweise. Für den würden sie dann auch noch eine Lösung finden.  

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