By the way 245 – Feinstaub, Feds und VfB. Aus dem Leben des „Big D“...

D. feixte diebisch. Die drei jungen Albinorhinos bzw. deren Häute und Hörnchen aus Südafrika raus und nach good old Stuttgart rein zu bringen war nicht einfach gewesen. Aber er hatte ja seine Leute. „Viva la Familia grande“, dachte er in sich hinein und nahm sich einen Fruchtsaft aus der Bar, die im Fond seiner Limousine gut bestückt bereit stand. So ließ sich jeder Stau aushalten. Ein einziger Stillstand in Stuttgart wieder – die Deppen von der VVS konnten ja nicht mal die wenigen Bahnen fahren lassen, die wegen der zahlreichen Baustellen für Stuttgart 21 überhaupt noch fahren konnten. Logisch dass die Leute dann lieber das Auto nahmen, da konnten Fritz und Winne noch so laut rumheulen wegen des Feinstaubs.

War ja ohnehin klar gewesen, dass denen die Debatte völlig aus der Hand gleitet. Kann ja nicht jeder die öffentliche Meinung derart eisern im Griff haben wie „Big D“ und seine Münchner PR-Strategen. Goldene Zeiten waren das, damals bei S21. Über München konnte er fett abrechnen und nach außen den hageren Ehrenämtler geben. Höggschde Eisenbahn (erneutes Feixen wg. Topwitz), dass er die Jungs auch beim VfB auf die Payroll hob. Aber mit der Ausgliederung in der Tasche sollte das jetzt eigentlich ein Kinderspiel werden.

Seufzend löste sich D. von den Gedanken, die wie Milch und Honig durch seinen Kopf flossen. Die zahlreichen Löcher in den Nashornhäuten halfen ihm dabei. War im Nachhinein halt doch eine Schnapsidee gewesen, die Dickhäuter mit automatischen Waffen niederzumähen. Gut, die fette Ramona von der LVA hatte ihren Spaß, und alles war nach Plan gelaufen. Aber ob A. von Sport im Dritten und B. von der Zeitung das genauso spaßig fanden? Enorm wichtig, die Beiden bei Laune zu halten, denn ohne Hofberichterstattung war alles Nichts, darüber war D. sich vollkommen im Klaren. Jetzt musste er denen halt irgendwie erklären, dass einen löchrigen Lappen im Salon liegen zu haben der absolut heißeste Scheiß war, den man sich nur vorstellen konnte. Vor allem der Michael hatte sich gefreut wie ein Schneekönig über den neuen Naturteppich, das würde nicht einfach werden. Mit Gunter, dem alten Walross, würde er sich schon leichter einig werden. Einfach die Sitzung in den Weinkeller verlegen, den Tipp vom Robin hatte er sich natürlich gemerkt.

Es gefiel ihm sehr, dass er jetzt wieder der einzige „Big D“ war. Reine Intelligenzfrage. Donald hatte es drüben erwartungsgemäß verkackt. Die Mexikaner, die Chinesen, die Lappen in Brüssel, all das zwar großes Theater, aber handlebar. Die Indianer und ihre Freunde einfach von den Feds niederkartätschen zu lassen, das hatte ihm freilich das Genick gebrochen. „Menschen sind keine Nashörner, Donald!“, wie oft hatte er ihm diesen Satz gewhatsappt. Und alles nur wegen der lommeligen Pipeline. Hätte er genauso gut irgendwo anders verlegen lassen können, kein Hahn hätte danach gekräht.

Klar hatte er Trumps Weg vom Populisten zum POTUS genau mitverfolgt. Gab ja schließlich genug Parallelen. Aber nach seinem kurzen Ausfall am Wahlabend hatte er halt danach strategisch den Mund gehalten und sein Ding durchgezogen. Die richtigen Leute an den richtigen Positionen, andere den Druck aufbauen lassen, da hätte Donald sich einiges bei ihm abschauen können, beim jetzt wieder one and only Big D. Aufstiegspräsident, Ausgliederungspräsident, die Prozesse sauber am Laufen. Dass es in der nächsten Saison ordentlich Haue geben würde, das sollte dann schon längst nicht mehr sein Problem sein.

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