By the way 237 – Hitz gen Engelland, der VfB gen Ausgliederung. Und Klinsmann?

Zum Fußball Schauen und auch sonst ist Bier ja ein hervorragendes Getränk. Im Stadion, in der Kneipe, Zuhause, am Beach, beim Apres-Ski – Bier geht immer, auch wenn die Plörre in vielen Stadien mittlerweile immer häufiger bleifrei daherkommt und Blähungen verursacht. Mir als derzeitigem Zweitligisten fordert es darüber hinaus auch einiges an Disziplin ab, bei Anstoßzeiten um 13.30 Uhr vor dem Spiel bereits angemessene Mengen von Bier in mich hineinzuschütten. Fährst Du Betze, musst Du ja spätestens beim Halt der S3 in Böhl-Iggelheim die erste Dose knacken lassen. Und da isses immer noch früher Sonntag Vormittag.

Im Winter allerdings gerne auch mal Rotwein. Bevorzugt Zuhause, wobei nicht ganz unkompliziert. Denn kriegt die Frau mal Blumen, oder kommen die leckeren Weintrauben, die heutzutage so knackig und kernlos sind, dass es eine wahre Wonne ist, nicht sofort in den Kühlschrank, dann herrscht akuter Fruchtfliegenalarm. Einer kam neulich mit der Statistik um die Ecke, dass das Gewicht aller Insekten weltweit circa 30 Mal so hoch wäre wie das Gewicht aller Wale. Diese Statistik könne er gut nachvollziehen – denn während man Fruchtfliegen all day long auf seinem Obst sehe, wäre das mit den Walen ja durchaus anders.

Also Rotwein, der Barolo muss selbstverständlich Stunden vorher Luft bekommen. Wenn er aber Luft kriegt, dann kriegt er auch Fruchtfliegen, und zwar jede Menge. Und kommt er dann ins Glas, weitere Fruchtfliegen. Da wird jeder Schluck zur kleinen Mahlzeit. Es ist schon arg. Oder org, wie man in der austrischen linksintellektuellen Internetautorinnen-Szene schreibt. Womit wir um ein Haar schon wieder bei der Politik gelandet wären. Gibt’s ja auch einiges zu sagen derzeit, keine Frage. Nimmt man den dürren Dietrich mit seinen Benimmregeln beim VfB Stuttgart kaum wahr vor lauter globalen Sorgen. Selbst die seltsam verschwurbelte Vorstands-Mail an die Mitglieder rutscht nahezu unkommentiert durch.

Und genau das wird ihnen Recht sein beim VfB. Die Mannschaft fällt zwar immer noch hier und da spontan auseinander, kann wie schon in der ersten auch in der zweiten Liga kein Spiel verwalten, liegt aber trotzdem auf Aufstiegskurs. Alles andere egal, Strukturen, Personalien, wen juckt’s. Hitzlsperger darf jetzt auf Spesen in England seine alten Kumpels besuchen und muss nur dienstlich ab und zu mit den Eltern irgendwelcher Junioren Kaffee bzw. Tee trinken, der erst im Sommer mit gewohnt feinem Gespür geholte Trainer für die zweite Mannschaft wurde schon wieder entlassen und durch seinen mit der Mannschaft abgestiegenen Vorgänger ersetzt – und hinter den Kulissen werden die Weichen auf Ausgliederung zum Dumpingpreis gestellt. Ohne dass eine auch nur im Ansatz objektive Bewertung überhaupt vorläge. Und ob nun ein linientreuer Fan beim Amtsgericht Bad Cannstatt den Antrag auf Löschung aus dem Vereinsregister stellt, oder ob die DFL auf den Zug mit aufspringt und selbst den Vereinen die Ausgliederung bis zum Tag X befiehlt, das wird man sehen. Linientreuen Fans ist prinzipiell alles zuzutrauen, wie gesehen beim Antrag auf sofortige Beendigung der allgemeinen Aussprache auf der Mitgliederversammlung. Aber auch die Liga hier kein Kind von Traurigkeit, schon träumt mir vom perfekten Kurzpassspiel mit gut vernetzten Banken und Beratern, weil Ausgliederung ja honorarmäßig fette Beute...

Nicht dass die Ausgliederung per se zu verteufeln wäre. Aber irgendwie ausgliedern, irgendwie aufsteigen, dann weitersehen, das ist halt immer noch zu kurz gedacht. Und die Anteile mit bestem Wissen zum Spottpreis zu vergeben wäre schlimmer als nur grob fahrlässig. Denn man muss gar nicht allzu lange zurückblättern in der Vereinschronik, um zu sehen, wie schnell 30 oder noch mehr Millionen beim VfB sinnlos verprasst werden können.

Auf der Mitgliederversammlung hatte ich übrigens auch die Personalie Jürgen Klinsmann angesprochen, seine Netzwerke, sein Know How. Aufsichtsrat Porth räumte denn auch freimütig ein, dass Gespräche stattgefunden hatten. Ein klitzekleiner Funken Hoffnung bleibt, dass Jobless-Jürgen doch noch irgendwie und in irgendeiner Funktion beim VfB landet. Obwohl man aufgrund der vergangenen Glanztaten unserer Verantwortlichen eher davon ausgehen muss, dass er bei 1860 München unterschreibt...

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