By the way 225 – Same procedure, last year, every year. Der VfB mit Ansage gegen die Wand

Dass die vergangene Saison des VfB Stuttgart so ganz ohne Windel voll in die Hose ging, das war klar. Mit Ansage. Nicht nur hier. Denn ein allgewaltiger Aufsichtsrat, der Thomas Tuchel verhindert und dafür auf Geheiß des Anwalts Christoph „Palpatine“ Schickhardt nach Grinsepräsident Wahler auch noch Robin Dutt verpflichtet, der will es offenbar nicht anders. Und eben weil er es offenbar nicht anders will, hat er nach langem Gewürge den seit sechs Jahren in der Branche mehr oder weniger tatenlosen Jan Schindelmeiser verpflichtet. So spät wie nur irgend möglich. Am 8. Juli. Seitdem sind wie viele Wochen vergangen? Seitdem fanden wie viele Trainingseinheiten statt? Seitdem haben wie viele potentielle Neuzugänge mal mit der Mannschaft trainiert? Ob er trotz seines laut Aufsichtsrat doch so hervorragenden Netzwerks keine Spieler kannte, ob ihm keine Spieler gut genug erschienen für den VfB, ob keine Spieler kommen wollten – wer weiß das schon. Tatsache ist aber, dass mal wieder bis ganz kurz vor Schließung des Transferfensters quasi nichts passiert ist. Auch wenn polnische angebliche Innenverteidiger-Kanten verpflichtet werden, die sich dann doch wieder hinter – wait for it - Sunjic anstellen müssen. Auch wenn der VfB mit Ben Pavard einen weiteren jungen Innenverteidiger verpflichtet, der erst mal viele Wochen braucht, um sich überhaupt mit seinen Nebenleuten verständigen zu können. Auch wenn dann noch ein junger Japaner und Portugiese für die Offensive kommen: Die alten Baustellen sind die neuen Baustellen. Und sicher wie das Amen in der Kirche kommt irgendwann demnächst die Aussage, die Mannschaft könne in der Kürze der Zeit ja noch gar nicht eingespielt sein. Mal schauen, wie groß der Rückstand auf die Spitze ist, wenn das Team mit dem allerhöchsten Etat der Liga dann irgendwann eingespielt ist. Die Presse bejubelt derweil brav Sama und Öczan, die Fans brechen in Euphorie aus wegen des jungen Franzosen, der in der vergangenen Saison überhaupt nur zwei Spiele über 90 Minuten absolviert hat, das letzte davon im Januar. Wäre ja auch nicht zumutbar, die Personalie Schindelmeiser und die vergangenen sechs Jahre mal kritisch zu hinterfragen. Beziehungsweise diejenigen, die Schindelmeiser geholt haben. Die auch schon Dutt geholt haben. Dessen Transfers ja seinerzeit mindestens ebenso bejubelt wurden wie die von Schindelmeiser jetzt. Der ewige Kreislauf beim VfB...

Ob allerdings Trainer Luhukay seinen in den Augen mancher Experten besten Spieler nun aus Bosheit nicht aufstellt, oder weil er des Trainers Frau schöne Augen gemacht hat oder einfach nur deshalb, weil Maxim schon seit vielen Jahren und unter vielen Trainern spätestens nach dem zweiten Sprint pumpen musste wie ein Maikäfer, das wissen wir ja nicht. Trotz meiner Maxim-Affinität muss ich annehmen, dass der Trainer (wie auch die anderen Trainer, die Maxim nicht ständig aufstellten) das besser beurteilen kann als ich.

Natürlich passt auch die Personalie Wolfgang Dietrich ins Bild vom Aufsichtsrat, der es nicht anders will als gegen die Wand. Es sollen Gräben zugeschüttet, Brücken gebaut werden – also nominieren wir einen als Präsidenten, der Gräben aufreißt. Und sagen, das sei der „optimale“ Kandidat. Dass die Presse sich mal konsequent in das höchst unüberschaubare Firmengeflecht aus Ventric AG, Quattrex Sport AG, VMM Consulting GmbH, Quattrex Finance GmbH, CAW Dietrich GmbH mitsamt ihrer teils zahlreichen Tochtergesellschaften reinverbeißt, das kann getrost ausgeschlossen werden. Dass jemand mit Nachdruck von Herrn Dietrich Offenlegung aller Verbindungen zu Zweitliga- und anderen Clubs fordert, ebenso. Dass es aber doch vereinzelt Leute gibt, die sich die Hintergründe genauer anschauen, das scheint der Verein wie gewohnt aussitzen zu wollen. Und lässt, wie zu hören ist, derweil teure Anwälte an Rechtfertigungsschreiben rumformulieren, die Herrn Dietrich als für das Präsidentenamt geeignet und über jeden Zweifel erhaben darstellen. Ist ja auch egal, nur einen Kandidaten zur Wahl vorzuschlagen. Denn wenn die Mitglieder ihn am 9. Oktober ablehnen, dann wird einfach nochmal gewählt. Und wenn sie ihn dann nochmal ablehnen, dann wird er halt als Präsident bestimmt. So sieht’s die Satzung vor. Und so denkt sich’s wohl der Aufsichtsrat. Wenn er sich da mal nicht ordentlich täuscht. Denn die teils haarsträubenden Fehleinschätzungen und Selbstherrlichkeiten der letzten Jahre, die stinken so sehr, dass man es durch jede Tür riecht. Auch wenn sie die Türen noch so gut abdichten. Selbst aus dem eigentlich beschaulichen Golf Club Bad Liebenzell weht ein strenger Geruch nach Cannstatt und anderswo. Denn in der Golfszene munkelt man: „Der Dietrich, der vom VfB, der war doch mal Präsident beim Golf Club Bad Liebenzell!". Was man weiterhin über Dietrichs Wirken in Bad Liebenzell munkelt, das soll an dieser Stelle noch nicht erwähnt werden. Weiß er selbst am besten. Und wer will, der kann sich ja mal ein wenig umhören in der Golfszene. Denn auch da gibt es einige Leute, die haben eine ganz klare Meinung zu dem Thema. Genauso klar wie die Ansage, dass auch die laufende Saison beim VfB in die Hose geht. Leider...

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