By the way 188 - Alex predigen und Huub spielen, und warum das Camp Beckenbauer mir als Eiswanne erschienen ist...

Ich hatte erwartet, besser zu schlafen. Immerhin drei Punkte für den VfB gegen Darmstadt. Auch wenn das Spiel geradezu grotesk schlecht war. Auch wenn der Trainer sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel mal wieder in einer Art und Weise präsentiert hat, die noch elender war als das Spiel selbst. Aber was zählt is aufm Platz, und da hieß es am Ende halt Stuttgart Zwei, Darmstadt Null. Gewonnen, weil der alternativlose Trainer die Alternative losgelassen hat. Wie gegen Ingolstadt. Wir punkten, wenn wir spielen wie bei Huub. Aber Hauptsache, wir punkten. Und da bei einer Niederlage gegen die Lilien gerüchtehalber zunächst der Herr Adrion gegen Bayern und dann der Herr Slomka auf der Bank gesessen hätte, können wir uns der hier schon häufig festgestellten traurigen Gewissheit hingeben, dass unter Sportvorstand Dutt kein gescheiter Trainer niemals nicht beim VfB anheuern wird.

Trotzdem wirres Zeug geträumt. Als Steve McQueen durch den Dschungel gerannt. Barfuß, in zerfetzter Sträflingskleidung, am wundgescheuerten Fußgelenk noch die Kette. Es herrschte höchste Not, denn die Schweißhunde waren hinter mir her. Überall waren sie, große Rottweiler mit raushängenden Zungen, so nah schon, dass ich ihr Gekeuche hören konnte. Dann plötzlich war ich der FC Bayern, und die Bloodhound Gang waren die Journalisten, die mich zur Strecke bringen, die endlich den Zusammenhang herstellen, das missing link finden wollten zwischen Adidas, dem DFB, der WM 2006, dem Uli und dem Franz. Weil der DFB leiht sich Geld vom Adidas-Chef Dreyfuss, und kurz darauf steigt Adidas beim FC Bayern ein, und kurz darauf verlängert Adidas den Vertrag mit dem DFB, und außerdem hat Hoeneß sich doch auch Geld geliehen, vom selben Dreyfuss

Was soll man sagen als FC Bayern, Bombe tickt, Meute will Blut, an Flucht ist nicht zu denken. Und Uli kommt frühestens im März raus. Sicher flackern meine Augenlider, volle Traum-Action, ich bin jetzt als Tom Cruise unterwegs, die Rottweiler werden zu Spinnenrobotern, klack klack klack auf der Suche nach menschlicher Wärme. Dem Cruise seine Augenlider können allerdings nicht flackern, weil dicker Verband drumrum, und jetzt weiß ich auch, in welchem Film ich bin, es ist kein schlechter. Also ab in die Badewanne voller Eiswasser, Luft anhalten, untertauchen. My private Camp Beckenbauer sozusagen, nur dass der Franz wahrscheinlich am offenen Kamin sitzt und das Eiswasser höchstens nach dem Saunagang abbekommt.

Ich bin dann aufgewacht. Hab nicht mehr mitbekommen, wie das ausgeht, wenn ich auftauche. Hab dafür den dicken Sigmar Gabriel gesehen, der morgens redet wie Frau Merkel und mittags wie Herr Seehofer. Abends blafft er dann Journalisten an, er wisse nicht, was der große Parteigenosse meint. Also das alles hab ich nicht selbst gesehen sondern in einem Kommentar der neuen Osnabrücker Zeitung gelesen. Reicht aber, sich schnell wieder in den rasanten Traum zurückzuwünschen...  

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