By the way 176 - der VfB elektrisiert die Massen, die Systemumstellung paralysiert den online Shop. Und die klugen Sachen sagen andere...

Nachdem der Grieche nun bekanntlich lang genug genervt hat, möchte ich mich wieder anderen Dingen zuwenden. Ist ja ohnehin nicht zu verstehen, was da so vor sich geht. Und anderswo. Beim Türken zum Beispiel. Der nervt mindestens genauso, vor allem der Chef von denen. Lässt die IS-Obervollbärte in seinen Kliniken behandeln und gleichzeitig die Kurden bombardieren, die gegen diese Hunde kämpfen. Versorgt sie mit Waffen und lässt sie in seinem Land ihr Öl verkaufen. Schwer zu kapieren, dieses Taktik, selbst wenn man ihm nur das Allerschlechteste unterstellt. Was man im Übrigen ohnehin ganz generell tun sollte, den Leuten in der Politik und Hochfinanz, dem Adel des 21. Jahrhunderts, immer das Schlechteste unterstellen. Denn dann liegt man in den meisten Fällen richtig mit seiner Einschätzung.

Abseits von Politik und Hochfinanz ist es ja auch nicht viel besser mit den Absichten, wobei man aber hin und wieder weniger Bösartigkeit als vielmehr Arg- und Ahnungslosigkeit unterstellen kann. Hier kommt mir natürlich gleich mein geliebter Verein, der VfB Stuttgart in den Sinn, dessen seit Jahren emsig fortschreitende Reamateurisierung seit Jahren emsig betrieben wird. Von Präsidenten, Sportdirektoren, Vorständen, Aufsichtsräten – also quasi der Politik und Hochfinanz des Vereins mit dem Brustring. Neuestes Kapitel: Wie für gewöhnlich exzellent informierte Kreise berichten, hat die Assistentin des Grinsepräsidenten Bernd Wahler gekündigt. Und jetzt erzählt sie, der Herr Wahler sei ein Super-Typ, immer gut gelaunt, menschlich einfach Top Notch. Kommt um halb 11 ins Büro, wurschtelt ein bissle herum, geht dann Mittagessen und am Nachmittag wieder heim. Und weil die Reamateurisierung des Clubs von 1893 wirklich schon weit fortgeschritten ist, macht die Assistentin des Präsidenten auch gleich die Gehaltsabrechnungen und kann uns deshalb erzählen, der gut gelaunte Präsi beziehe ein Grundgehalt von 470 T Euro per annum. Was im Millionengeschäft Bundesliga an und für sich eher ein Nasenwasser ist, selbst Vorgänger-Vorgänger „Balanced Airwin“ Staudt lag angeblich bei einer Million pro Jahr. Was aber andererseits eine Menge Geld ist angesichts des Gebarens des ersten Mannes im Verein, der außer Grinsen und Nichtssagen gerne auch mal ernst gemeinte Anfragen lokaler Sponsoren (die zu milliardenschweren Weltmarktführern gehören) einfach unbeantwortet bzw. irgendwann vom Sekretariat ohne Begründung kurz und knapp abschlägig bescheiden lässt.

Aber hey, „der neue VfB elektrisiert die Fans“ (StN vom 17. Juli), die revolutionäre Taktik des neuen Supertrainers dieser Supermannschaft lautet: immer durch die Mitte spielen, das ist der kürzeste Weg zum Tor, und außerdem brauchen wir noch einen brutalen Abwehrhünen. Was dieser Hüne kostet, das ist dem Trainer „egal“. Das sei Robin Dutts Problem. Dafür aber Kopfhörerverbot, denn "Zorniger greift durch" (SpoBi von heute). Addiert man zu alledem noch die Posse um Rüdiger und seinen Halbbruder sowie die Schließung des online Shops wegen Systemumstellung für 13(!) Tage, dann beschleicht einen die traurige Erkenntnis: Beim VfB greift weiterhin ein Amateurrädchen perfekt ins andere. Neuanfang auf Schwäbisch, des wird sicher subber.

Wer im Kontrast dazu ein sinnreiches und gutes Trainerinterview lesen möchte, der schlage oder klicke nach in der FAZ vom 19. Juli. Da hat Peter Hess mit Markus Gisdol gesprochen...

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