By the way 174 - der Grieche bellt nur, der schießt nicht. Und beim Shit hat er immer Schiss. Er möge im Euro bleiben...

Sie werden die Griechen nicht aus dem Euro schmeißen. Warum auch? Ist doch viel zu schön da. Vorzeigeeuropäer wie CR7, die Königin Maxima, Sean Connery, der alte Schotte, und natürlich der ewige Putin pflegen auf dem Peloponnes zu urlauben, auch unser Minnischdrbrässident Herr Kretschmann kommt seit 25 Jahren jeden Sommer runter, um runterzukommen. Und ich natürlich. Mit der Familie. Das sind doch starke Argumente. Und von den Kykladen mit ihren weißen Häuschen zwischen blauem Meer und blauem Himmel, und von der geostrategischen Bedeutung inkl. Obama und alles haben wir jetzt noch gar nicht gesprochen.

Aber was kann der Grieche tun, um halbwegs mitzukommen mit den Erfordernissen der Zeit? Muss er neue Flugzeugtypen entwickeln, den Durchbruch beim benzinlosen Auto schaffen, WARP-Antrieb? Oder muss er das nicht vorhandene Geld, wie auch zu lesen ist, in weniger investive Zweige investieren, sprich Hipster? Also, ich finde, mit dem Tourismus, den Oliven und dem Feta würde das auch laufen. Plus Schuldenschnitt, plus halbwegs ordentliches Steuersystem natürlich, da könnten unsere Superexperten mal mit Rat und Tat konkret zur Seite stehen. Denn unser Steuersystem mag zwar häufig Grund großen Verdrusses sein – insgesamt ist es aber so schlecht nicht.

Was man bei all dem Gedöns about Griechenland nicht vergessen sollte: Der Grieche schon immer, allermindestens seit dem Ende der Militärdiktatur, latent beleidigt über mangelndes Weltinteresse. Daher jetzt zwar Not am Mann, aber tief drinnen haufenweise Genugtuung, die globalen Schlagzeilen zu beherrschen. Gilt zuvorderst für Tsipras und Varoufakis, gilt aber auch für die „Bürgerinnen und Bürger draußen Im Lande“. Und bei allem real existierenden Elend, dass jetzt in Form von Kindersterblichkeitstabellen usw. zu uns kommt: Sage bloß niemand, den zahlreichen armen Griechen sei es vorher gut gegangen. Für einen ordentlichen Arzt mussten die schon immer cash zahlen, also besser kein Arzt. Alles unterhalb gehobener Mittelstand (bei dem man jetzt drei Jobs haben muss um halbwegs durchzukommen) schon immer arm, kein Pool weit und breit in den Dörfern weiter oben im Norden. Und noch was: Natürlich denkt der Grieche seit Papandreou Papa, das Leben sei eine einzige Befreiung. Fahren wir ohne Führerschein, genießen wir das Leben, die Liebe. Und holen Fisch aus unserem Meer. (Nur beim Shit hatten sie immer Schiss, letzte Autoritätsbastion der Polizei.) Genau deshalb sind doch alle hingefahren. Vgl Spanien nach Franco. In befreiten Ländern ist gut sein. Ist halt meistens heiß dort. So wie bei uns jetzt, so ist es bei denen von Mai bis Oktober. Kann man auch mal drüber nachdenken, bevor man rumproletet, der Grieche sei ein fauler Sack. Wobei er in vielen Bereichen tatsächlich nicht zum Übereifer neigt. Beim Militär zum Beispiel, wo viele Milliarden versickern. Vorteil: Der Grieche fängt niemals einen Krieg an, der bellt nur.

Also was tun? Den Ball flach halten, Varoufakis danken für die Eskalation, ohne die es niemals den nötigen Neuanfang geben würde, Schulden restrukturieren, Hilfe anbieten bei Verwaltung und Gesundheitswesen usw., und an Italien denken. Da schleppt der reiche Norden den armen aber sexy Süden durch. Oder, wie Freund L. sagt: Italien ist die Blaupause für Europa. Wobei ich hier ergänzen möchte: Griechenland ist viel weniger arm und viel mehr sexy als Süditalien. Word!

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