By the way 17 - die Sportglosse

von Christian Prechtl (Nummer 17, 18. Dezember 2006)

Erst ein Trainer ist entlassen worden in der Bundesliga-Hinrunde. Es herrscht ungewohnt lange Treue zu den Übungsleitern, obwohl in einigen Fällen der Tabellenstand und auch die Leistungen der Mannschaften normalerweise den Kopf des Trainers fordern. Aber Doll in Hamburg sitzt noch immer im Sattel, ebenso Klopp in Mainz, van Marwijk in Dortmund und auch Heynckes in Gladbach sind bis heute noch im Amt, auch wenn bei Ersterem bereits Hitzfeld aus dem Off als Nachfolger hervorlugt.

Der allergrößte Teil der für Trainerkarusselle zur Verfügung stehenden medialen Aufmerksamkeit konzentrierte sich statt dessen in Köln, wo die zwar angekündigte aber nicht eingetretene Wunderheilung des FC sowie die unangekündigte, tatsächlich aber sehr reale Passion des Christoph Daum für Riesenrummel sorgte. Gleichwohl hat sich das Interesse am Weg des heiligen Daum und seines FC nach Golgatha bzw. in die Regionalliga, zumindest aber nicht in die Bundesliga, auffallend verflüchtigt.

Ebenfalls sehr ruhig geworden ist es wieder um den FC Bayern München, obwohl auch dort bei weitem nicht alles im Lot war zuletzt. Aber das ist ganz bewusst so arrangiert worden - Hoeness sagt kaum was, Rummenigge gar nix und Beckenbauer ist nicht mal zu sehen irgendwo. Dafür gibt Jürgen Klinsmann ein Interview und lässt verlauten, er wolle wieder in Deutschland arbeiten. Am wohlsten habe er sich seinerzeit ja in München gefühlt, und wenn der doofe Lothar nicht gewesen wäre, dann hätte er, Jürgen Klinsmann, schon damals mit seinen Freunden Franz und Uli einen Vertrag auf Lebenszeit abgeschlossen.

Da wartet, ganz im Verborgenen, der Trainer-Coup des Jahres. Die Bayern wissen genau, dass mit Magath nicht mehr zu erreichen ist als nationale Titel – gleichzeitig wissen sie aber auch, dass der Meistertitel in Deutschland lange nicht genug Glanz hat, um international dafür respektiert zu werden. Für echten internationalen Respekt muss man die Champions League gewinnen, und das wird mit Magath eben nicht gelingen. Da muss schon einer her, der mit allermodernsten Methoden, auch wenn sie ungewöhnlich sein mögen, und mit absoluter Zielstrebigkeit arbeitet. Der mental das Optimum rausholen kann aus einem Team, der das Teambuilding richtig anzugehen weiß, und der um sich herum die besten Fachleute versammelt, die zu bekommen sind. So einer wie Klinsmann, der genau das mit der deutschen Nationalmannschaft durchexerziert hat, was die Bayern jetzt brauchen.

Klinsmann wird also spätestens zum Saisonende Magath als Bayern-Trainer ablösen und dann mit den Münchnern die Champions League gewinnen. Das ist doch mal eine Ansage zu Weihnachten!

Zurück